An den renaturierten Oxydationsteichen bei Beetzendorf lädt ein neuer Naturbeobachtungsstand zum Verweilen und Erkunden der Tier- und Pflanzenwelt ein. Geschaffen wurde er vom Angel- und Gewässerschutzverein.

Beetzendorf l Einst waren sie Sammelbecken für die Beetzendorfer Abwässer, nach dem Verkauf an die Gemeinde und der aufwändigen Renaturierung durch den Angel- und Gewässerschutzverein sind sie ein wahres Naturparadies: die ehemaligen Oxydationsteiche nordwestlich des Ortes. Nicht nur dass in dem sauberen Wasser verschiedene Fischarten wie Hechte, Schleien, Karauschen, Stichlinge und Giebel schwimmen, auch seltene Vögel haben hier ein Zuhause gefunden. So wurde bereits der Eisvogel gesichtet, aber auch der Fischadler.

Um Naturliebhabern und Spaziergängern die Gelegenheit zu bieten, die Tier- und Pflanzenwelt an den Oxydationsteichen zu beobachten, hat der Angel- und Gewässerschutzverein auf einer kleinen Anhöhe einen hölzernen Stand errichtet. Während im Inneren Bänke und ein Tisch zum Rasten einladen, hat man durch eine rundumlaufende schmale Fensterreihe einen guten Überblick über das Geschehen an den Teichen.

Kooperation mit der Sekundarschule vereinbart

Errichtet wurde der Naturbeobachtungsstand überwiegend in Eigenleistungen. "Vor allem Volker Hundt war hier der Initiator und Macher", lobte Siegfried Ossada bei der Einweihung den Beetzendorfer Anglerchef, der zuletzt auch noch den Aufgang zum Hügel mit einem Geländer versehen hat. Die Idee für den Stand sei 2013 entstanden. Doch zunächst fehlte das nötige Kleingeld, zumal sich der Verein bereits bei der Renaturierung der Teiche finanziell enorm verausgabt hatte.

Ossada, der als selbstständiger Versicherungskaufmann tätig ist, machte den Vorschlag, sich an die Concordia-Stiftung in Hannover zu wenden, die Gemeinschaftsprojekte unter anderem im Bereich Natur- und Landschaftspflege unterstützt. Der Antrag wurde im April 2013 vom Stiftungsrat bewilligt. "Das Projekt passte perfekt zum Stiftungsgedanken, zumal auch jede Menge ehrenamtliches Engagement dahinter steckt", freute sich Annica Bergfeld vom Stiftungsmanagement.

1500 Euro wurden für die Materialkosten des Beobachtungsstandes zur Verfügung gestellt. Der soll auch für den Biologie- und Chemie-Unterricht sowie für schulische Veranstaltungen genutzt werden können. Dafür hat der Vorstand des Angel- und Gewässerschutzvereins extra einen Kooperationsvertrag mit der Beetzendorfer Sekundarschule abgeschlossen. "Wir waren im Frühsommer auch schon mit den neunten Klassen hier und die waren absolut begeistert, dass es so etwas Schönes in Beetzendorf gibt", berichtete Lehrerin Katrin Puhl.

Jetzt kommt es darauf an, das Naturidyll und den Stand auch zu erhalten. "Dafür müssen wir alles Erdenkliche tun und aufpassen, dass die Ordnung, die hier herrscht, auch bestehen bleibt", meinte Siegfried Ossada, bevor die Anwesenden mit einem Gläschen Sekt auf die Einweihung des Kleinods anstießen.