Jübar l Wer aus Lüdelsen kommend nach Jübar hineinfährt, muss sein Auto auf höchstens 30 Stundenkilometer abbremsen. Aus gutem Grund, schließlich befinden sich dort unmittelbar an der Salzwedeler Straße sowohl die Kindertagesstätte als auch die Grundschule. Dazu kommen zwei Bushaltestellen, an denen zweimal am Tag Schulkinder warten. Doch mit dem Langsamfahren haben es einige Kraftfahrer an dieser Stelle offenbar nicht so. Immer wieder wird darüber geklagt, dass Autos mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort hineinrasen und damit Kinder gefährden.

Die beiden neuen Regionalbereichsbeamten der Polizei, die für die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf zuständig sind, können das aus eigener Erfahrung bestätigen. "Wir haben vor Kurzem an der Stelle eine Geschwindigkeitskontrolle in beiden Richtungen durchgeführt und festgestellt, dass etwa zehn Prozent der Kraftfahrer zu schnell unterwegs sind. Das ist eindeutig zu viel", erklärte Polizeihauptmeister Jörg Bialas.

Um die Autofahrer zu sensibilisieren, starteten die Polizisten deshalb gemeinsam mit den Jübarer Grundschülern eine Aktion. Eine Stunde lang postierten sich Bialas und seine Kollegin, Polizeioberkommissarin Kristin Fäseke, an der Salzwedeler Straße auf Höhe der Bushaltestelle und maßen das Tempo der ein- und ausfahrenden Autos. Von den 20 überprüften Fahrzeugführern hielten 18 die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern ein. Trotzdem wurden sie angehalten, um den Dank der 16 Viertklässler und ein kleines Präsent für die umsichtige Fahrweise entgegenzunehmen. "Wir finden es gut, dass Sie hier so vorsichtig fahren", lobte etwa der Lüdelsener Tim Beneke eine Autofahrerin.

Es gab aber auch Ausnahmen. Zwei Fahrzeugführer waren eindeutig zu schnell unterwegs. So wurde die Fahrerin eines Pflegedienstautos von Jörg Bialas mit 46 Stundenkilometern "geblitzt". Dafür gab es diesmal zwar keine Strafe, sondern lediglich eine mündliche Verwarnung durch Kristin Fäseke. Doch die Grundschüler ließen es sich nicht nehmen, die beiden Temposünder noch einmal persönlich zu bitten, das nächste Mal langsamer zu fahren - im Interesse der Kinder und damit eine Tragödie wie unlängst an einer Bushaltestelle in Gardelegen, wo ein Sechsjähriger vom Auto erfasst und getötet wurde, in Jübar nicht passiert.

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