Klötze l Dieser Bewerbertag gehört mittlerweile zum festen Angebot der Klötzer Sekundarschule für die neunten Klassen. Und wie später nach dem Schulabschluss, mussten sich die Jugendlichen im Verlauf von Vorstellungsgesprächen bei Fachkräften von Betrieben und Unternehmen beweisen. Gestern blieben Pleiten, Pech und Pannen im Verlauf der Einzelgespräche ohne Folgen. Im Gegenteil, die Mädchen und Jungen erhielten entsprechende Informationen, wie sie sich für einen Ausbildungsplatz mit Wissen, persönlicher Überzeugungskraft, kompetenter Gesprächsführung und einer tadellosen Bewerbungsmappe bei Ausbildungsbetrieben ins rechte Licht setzen können.

Bewerbertag bietet Win-win-Situation

Für einen stärkenden Rückenwind der 15- und 16-jährigen Schüler sorgte Sylvia Leonard von einer gemeinnützigen Kompetenzagentur. An ihrem Tisch drängten sich die Teenager, die ihre bereits absolvierten Gespräche auswerten oder eben Informationen übers "Wie mache ich bloß alles richtig" erhalten wollten.

Im Verlauf der Einzelgespräche trafen die Neuntklässler auf Betriebs- und Ausbildungsleiter, die ein Spektrum von 24 Berufen abdeckten. Dass die Konstellation Sekundarschüler und regionale Unternehmen dabei aufeinandertraf, das darf für die Schule als Berufsvorbereiter, die Schüler als Nutznießer und die Betriebe als Nutznießer und Informanten als sogenannte Win-win-Situation angesehen werden.

Die Ausbildungsleiterin im kaufmännischen Bereich des Immekather Unternehmens Fricopan, Simone Schönemann, führt seit 1996 Bewerbungsgespräche mit Bewerbern um einen Ausbildungsplatz im zirka 600 Mitarbeiter starken Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren in ihrem Bereich zwei Ausbildungsplätze zu besetzen, aber 40 Bewerber hatten sich gemeldet. "Wenn ich erkenne, dass die schulischen Leistungen mit dem Bewerbungsgespräch stimmig sind, und der Bewerber erkennen lässt, dass ihm diese Ausbildung wichtig ist, dann ist er bei der Vergabe garantiert mit dabei", erläutert die Fachfrau ihre Sicht der Dinge für einen der größten Arbeitgeber in der Einheitsgemeinde.

Wie wichtig sie diesen Bewerbertag nahmen, das zeigten unter anderen Edgar Miller (Berufswunsch Bankkaufmann), Katharina Beckmann (Bürokauffrau) und Lea Klabis (Erzieherin) mit ihrem Auftreten und der entsprechenden Bekleidung auf.

Eines wurde in den Gesprächen mit den Repäsentanten der Betriebe und Unternehmen ebenso deutlich: Bereits die schulischen Leistungen am Ende der neunten Klasse sind als ein persönlicher Leistungsmesser für die Firmen wichtig. Nicht bei allen Ausbildungsbetrieben steht jedoch ein positiv hervorstechender Notendurchschnitt ganz oben in der Bewertungsskala an. Die praktischen Fertigkeiten, das gezielte Vorgehen beim Lösen von Aufgaben und der Willen, trotz anstrengender Arbeit den Beruf erlernen zu wollen, kann ausschlaggebend für die Vergabe der Lehrstelle sein. Diese Erwartungen sind übrigens stimmig mit dem Leitspruch von Schulleiter Jörg Kägebein: "Hier wird nichts geschenkt, hier wird alles hart erarbeitet.

 

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