Die Alarm- und Ausrückeordnung legt fest, welche Wehren im Ernstfall alarmiert werden. Die Verbandsgemeinde hat das Papier jetzt den geänderten Bedingungen angepasst, doch mit der Umsetzung durch die Leitstelle hapert es.

Jübar l Stellen Sie sich vor, es ist ein Großbrand und es werden nicht genügend Feuerwehren zum Löschen alarmiert. Unvorstellbar? Offenbar nicht, wenn man den Ausführungen im Ordnungs- und Feuerschutzausschuss des Verbandsgemeinderates am Mittwochabend in Jübar Glauben schenkt. Demnach ist die von der Verbandsgemeinde-Wehrleitung überarbeitete Alarm- und Ausrückeordnung, die den Einsatz der einzelnen Wehren bei den drei Alarmierungsstufen festlegt, noch immer nicht von der Leitstelle in Stendal vollständig ins System eingepflegt worden.

"Wir haben die Auskunft erhalten, dass dies nach und nach geschieht und seine Zeit dauert", berichtete Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann. Die Mühlen scheinen in Stendal allerdings besonders langsam zu mahlen, denn die neuen Daten liegen dort bereits seit November vorigen Jahres vor. Offenbar gibt es Personalprobleme in der Leitstelle. "Es sind ja auch andauernd Stellenanzeigen in der Zeitung zu finden, nach denen Leitstellendisponenten gesucht werden", merkte Verbandsgemeinde-Wehrleiter Bert Juschus an.

Derzeit herrscht bei der Alarmierung ein ziemliches Chaos. "Die Sirene in Markau fehlt total und auch Altensalzwedel wurde nicht richtig eingearbeitet", erklärte Christiane Lüdemann. Das heißt, dass die entsprechenden Kameraden im Ernstfall nicht alarmiert werden. Brennt es im Dährer Bereich werden zuerst die kleinen Wehren in Dolsleben und Fahrendorf benachrichtigt und dann erst die Feuerwehr Dähre. "Dabei ist das diejenige Wehr, die am stärksten besetzt ist und die beste Technik hat", schüttelte Christiane Lüdemann den Kopf.

Eine schnelle Einarbeitung der geänderten Daten sei auch im Interesse der Kameraden dringend notwendig. Die könnten nämlich die Motivation verlieren, wenn sie bei Einsätzen einfach links liegen gelassen werden. Jübars Wehrleiter Ringo Büst führte das Beispiel des Häckslerbrandes in Drebenstedt an, wo zwar die Diesdorfer Kameraden alarmiert wurden, im nahen Bornsen die Sirenen jedoch still blieben.

Vier Wehren zu Brandvon Schornstein beordert

Auch Apenburgs Wehrleiter Ronny Runge konnte von dem Durcheinander ein Lied singen. So seien bei einem Schornsteinbrand in Saalfeld alle vier Wehren der Gemeinde alarmiert worden. "Dabei handelte es sich eindeutig um die niedrigste Alarmierungsstufe A, da hätte eine Wehr gereicht", meinte er. Bei einem weiteren Schornsteinbrand in Lüdelsen kam auf Anforderung der Stendaler Leitstelle sogar der voll besetzte Einsatzleitwagen angefahren, der eigentlich für größere Schadensereignisse vorgesehen ist.