Das Hochwasserproblem ist in Immekath kein neues. Und doch ist vorläufig keine schnelle Änderung zum Schutz der Einwohner absehbar. Während eine Betroffene jetzt massiv einer erneuten Flut vorbeugen will, erhitzten sich die Gemüter in der Stadtratssitzung am Mittwoch.

Immekath/Klötze l Diana Fiedler hat die Nase voll. Bereits zweimal in diesem Jahr ergossen sich Regenwassermengen in den Keller ihres Wohnhauses im Oberdorf von Immekath. Bei der derzeit letzten Überschwemmung halfen auch vorsorglich aufgetürmte Sandsäcke nicht.

In vier Minuten erreicht Wasser das Haus

"Wenn die Regenmengen in zehn Minuten bis zu 20 Liter auf denn Quadratmeter erreichen, dann schwappt die Sturzflut derzeit unweigerlich über den Abflussgraben, bahnt sich den Weg hauptsächlich über den Gehweg und große Mengen ergießen sich in meinen Keller, auf Hof und Garage", beschreibt Fiedler derartig brenzlige Hochwasserlagen. "Mir bleiben vier Minuten, bis das Wasser vom Feld mein Haus erreicht", hat die Betroffene auch herausgefunden.

Für den Eigenschutz hat Diana Fiedler bereits etwa 2000 Euro aus eigener Tasche investiert. Weil sie aber fürchtet, dass eine Lösung des Problems möglicherweise erst mit der Umsetzung des Bodenneuordnungsverfahrens in Aussicht steht (Volksstimme berichtete), beabsichtigt sie nun, den schmucken Holzzaun durch eine Steinmauer mit einem Einlass für eine Spundwand errichten zu lassen. "Es tut mir für die Nachbarn leid, aber ich weiß mir anders nicht zu helfen", bedauert die verzweifelte Frau selbst ihre Entscheidung.

Der Ortschaftsrat Immekath hat seine Unterstützung für Diana Fiedler zugesagt. Doch mehr als mit der Stadt und dem Unterhaltungsverband Jeetze zu sprechen, ist wohl nicht möglich.

Auch dort sind die Immekather Probleme längst bekannt. Bürgermeister Matthias Mann sieht gute Möglichkeiten im Zuge der Bodenneuordnung. Doch das kann eben dauern. Er wird versuchen, so Matthias Mann gegenüber der Volksstimme, ein Gespräch mit allen Verantwortlichen, dem landwirtschaftlichen Betrieb und den Anliegern der gefährdeten Gebiete zu suchen, um "mit kleinen Schritten die Folgen solcher nicht kalkulierbaren Ereignisse abzuwenden".

Der Unterhaltungsverband Jeetze sieht keinen besonderen Handlungsbedarf, wie Geschäftsführer Uwe Heinecke informierte. "Die Abführung des Starkregens hat funktioniert. Die Krautung einmal im Jahr ist ausreichend", meinte er gegenüber der Volksstimme.

Ortsbürgermeister spricht Problem erneut an

Während der Sitzung des Klötzer Stadtrates am Mittwoch machte Immekaths Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz im Auftrag des Ortschaftsrates erneut auf das Problem aufmerksam. "Die Achterbäken sind noch nicht gemäht. Das wirkt wie ein Stau", bemängelte er und wünschte sich eine Sonderregelung, damit wenigstens zweimal pro Jahr dort gemäht werden kann. Auch das Regenrückhaltebecken sei noch nicht gepflegt worden. "Die Stadt hat aber einen Pflegevertrag mit dem Unterhaltungsverband Jeetze", betonte Hans-Jürgen Zeitz.

Matthias Mann dazu: "Wir stehen ständig im Kontakt mit dem Unterhaltungsverband Jeetze. Mir ist bestätigt worden, dass in den nächsten Tagen dort gemäht werden soll." Für den Bürgermeister der Stadt ist auch klar: "Wir müssen in Immekath handeln."

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