Die Apenburger Grundschule hat zwei Jahre nach der Verabschiedung von Hannelore Radtke wieder einen richtigen Leiter. Seit 1. Oktober hält der Haldensleber Andreas Feuckert das Zepter in der Hand. Die Volksstimme stellt den Neuen vor.

Apenburg l Andreas Feuckert ist Lehrer mit Leib und Seele, das merkt man dem Haldensleber beim Gespräch sofort an. "Die Arbeit macht mir Spaß, ich gehe gern zur Schule", bekennt er. Nur dass seine Arbeitsstätte bisher quasi um die Ecke lag, im beschaulichen 800-Einwohner-Ort Hillersleben, fünf Kilometer östlich von Haldensleben. Doch die dortige Ohretal-Grundschule, in der Feuckert nach seiner ersten Station in Groß Ammensleben zunächst Lehrer und seit 1991 Schulleiter war, musste aufgrund der Mindestschülerzahl-Vorgaben des Landes zum Ende des vergangenen Schuljahres schließen.

Bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstätte fiel sein Blick auch auf Apenburg. Hier wurde seit dem Abgang der langjährigen Schulleiterin Hannelore Radtke im Juli 2012 ein neuer Chef gesucht. Feuckert erkundigte sich über die Bildungseinrichtung und ihre Perspektiven. Und stieß in Apenburg sogleich auf offene Ohren. "Schön, dass sich jemand für unsere Schule interessiert", habe die erste Reaktion von Sylvia Milde, der leitenden Lehrkraft der Grundschule gelautet. Schnell war für den Pädagogen klar: "Hier werde ich mich bewerben".

"Ich bin sehr herzlich von Kollegen und Schülern aufgenommen worden."

Andreas Feuckert

Zum neuen Schuljahr wechselte Andreas Feuckert dann nach Apenburg, fährt seitdem täglich die 70 Kilometer von seinem Wohnort zu seiner Arbeitsstätte mit dem Auto hin und zurück. Zum 1. Oktober ist er nun auch offiziell zum Grundschulleiter bestellt worden. Die ersten Wochen waren für den Haldensleber, der seit 1982 im Lehrerberuf tätig ist, voller neuer Eindrücke. "Ich bin hier sehr herzlich von meinen Kollegen und auch den Schülern aufgenommen worden", freut sich Feuckert. Besonders beeindruckt habe ihn die Einschulungsfeier. Es sei schön zu sehen, wie in Apenburg die Tradition hochgehalten wird. "Der Spielmannszug hat den Umzug begleitet und die Eltern haben schon am Tag vorher den Saal für die Feier geschmückt - eine tolle Sache", erzählt der neue Schulleiter.

Dass es sich um eine ländliche Schule handelt, ist für Feuckert keine neue Erfahrung. Schließlich habe auch seine bisherige Arbeitsstätte in Hillersleben ländlichen Charakter gehabt, trotz des gigantischen Schulgebäudes, das einstmals für mehr als 500 Schüler ausgelegt war.

Wichtig ist Andreas Feuckert die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. "Auf die freue ich mich", erklärt der Pädagoge, dessen Fächer Deutsch, Mathematik und Gestalten (einstmals Kunsterziehung und Werken) sind. Sein Ziel sei es, das Wir-Gefühl in der Schulgemeinschaft weiter auszubauen. Schüler, Lehrer und Eltern sollen sich mit ihrer Schule identifizieren. Dazu will der Vater eines erwachsenen Sohnes seine Ideen mit einbringen, aber auch auf Altbewährtes zurückgreifen. "Wir waren mit den Schülern im Diesdorfer Freilichtmuseum und auch das Schulhofbemalen mit Kreide ist eine schöne Sache", erzählt Feuckert.

Von den Kindern und mit den Kindern lernen - das ist das Motto, das sich der neue Schulleiter auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei müsse man sich auch Herausforderungen stellen und Toleranz entwickeln, gerade wenn es um den integrativen Charakter der Schule geht.

Von der vielen Arbeit kann Andreas Feuckert übrigens am besten bei seinem Hobby abschalten. Dann steigt er auf sein Segelboot, das einen Liegeplatz an der Havel hat, und schippert über Flüsse, Seen und Kanäle.