Der Herbst meldet sich mit aller Macht. Regenschauer und Windböen gehören jetzt zur Normalität. Und die ersten Nachtfröste werden bereits vorausgesagt. Die Kleingärtner in der Einheitsgemeinde Klötze haben vorgesorgt. Ihre Gärten sind bereits überwiegend winterfest.

Klötze l Die Gartenfreunde haben ihre Kleinode hinter dem Haus oder in der Kleingartenanlage bis auf Kürbisse und Grünkohl abgeerntet. Denen tut die Kühle gut. Ob Otto Lühmann aus Lockstedt seine Gartenfläche allerdings noch dieser Tage umgraben wird, "das bestimmt das Wetter, die Lust und der Rücken", wie der Hobbygärtner einräumt.

"Die Wasserpumpen sind auch nicht mehr so robust wie früher."

Eberhard Horn

Auch er hat fast alles, was im Garten an Obst und Gemüse gedeiht, geerntet. Nur zahlreiche orangefarbene Kürbisse leuchten hell aus dem welkenden Blattgrün hervor. Doch auch damit ist es bald vorbei, denn Tochter Carolin und ihr Sohn Nicklas wissen, dass man aus Kürbissen viele leckere Speisen anrichten kann. Die beiden Hanauer reisen regelmäßig aus dem Hessischen an, um freie Wochenenden im altmärkischen Geburtsort und bei Opa und Oma zu erleben. Und mit frischem Gemüse und Obst aus dem Garten der Großeltern lassen sich die knapp 400 Kilometer Rückweg noch einmal so gut bewältigen, meint die Mama, die das Heimatdorf verließ, um Bundespolizistin zu werden. Jetzt versieht sie ihren Dienst an einem der größten Flughäfen der Welt, in Frankfurt am Main.

Wie Otto Lühmann hinter der Haustür, besitzt der Klötzer Eberhard Horn einen eigenen Garten, allerdings in der Kleingartenanlage Sonnenschein. Er ist schon seit Wochen dabei, sein Stück "Erholungsland", das aus zwei Parzellen besteht, für den Winterschlaf vorzubereiten. "Das gesamte Grünzeug kompostiere ich. Und auch die kleineren Sträucher kommen in den Kompostberg", erzählt der Rentner. Äste und Zweige verbrennen, das hält der Hobbygärtner nur in Ausnahmefällen für eine Alternative. "Aber es ist gut, dass es diese amtliche Genehmigung gibt", meint Eberhard Horn.

Einen Großteil der Gartenfläche will der Gartenfreund noch vor dem ersten Frost umgraben. Was aber dick umrahmt auf dem Merkzettel steht, ist, beim ersten Anzeichen von frostigen Nächten die Wasserversorgung für die Parzelle trocken zu legen. "Die Wasserpumpen sind auch nicht mehr so robust wie früher. Und für den Preis einer Reparatur kann ich mir gleich eine neue Förderpumpe kaufen", hält Horn das Wasserabstellen dann doch für die günstigste Lösung.

Dieses Entwässern hält auch der Vorsitzende des größten Klötzer Kleingartenvereins Friedensberg, Michael Witt, für die wichtigste Vorsorgemaßnahme gegen Schnee, Frost und Eis. Bei einem Rundgang durch die Parzellenreihen war er sich aber ziemlich sicher, dass seine Mitglieder die Hinweise und Vorgaben zum eigenen Nutzen vor bösen Überraschungen umgesetzt haben.

Was Witt zusätzlich ein gutes Gefühl für die Zukunft des Vereins mit 112 Mitgliedern gibt, ist der Umstand, dass im aktuellen Jahr mehrere junge Familien und Einzelbewerber eine Kleingartenparzelle gepachtet haben. "Wir haben derzeit einen Leerstand von lediglich acht Gärten. Nicht gerechnet die sechs Parzellen, die wir der ABS-Drömling (Arbeitsförderung, Beschäftigung, Strukturentwicklung "Drömling" GmbH) zum Zwecke der Versorgung verpachtet haben" so Witt.

"Wir hoffen, dass der im November auslaufende Vertrag verlängert wird."

Michael Witt

"Wir hoffen, dass der im November auslaufende Vertrag durch die Träger wieder verlängert wird." Aus diesen sechs Gärten stammen Kartoffeln, Tomaten, Paprika sowie anderes Obst und Gemüse, das die Salzwedeler Tafel in der Klötzer Ausgabestelle an sozialschwache Menschen verteilt. Auch in der Kleingartenanlage Eichengrund gibt es lediglich einen Leerstand von zwei Parzellen unter den insgesamt 61, weiß der Vorsitzende Carsten Falk. Und auch dort gibt es neue, junge Mitglieder.