Nicht nur mit der Leitstelle haben die Feuerwehren der Verbandsgemeinde so ihre Probleme. Auch der neue Digitalfunk funktioniert nicht so wie er soll. Die Kritik richtet sich vor allem an das Land.

Beetzendorf l "Es ist zum Heulen", schimpft Verbandsgemeinde-Wehrleiter Bert Juschus, wenn er auf das Thema Digitalfunk angesprochen wird. Das Land habe die Umstellung auf die digitale Technik angeordnet, lasse die Kommunen und damit die Feuerwehren jetzt allerdings mit den Problemen allein. Und die sind so groß, dass ein Teil der neuen Funktechnik überhaupt nicht einsatzbereit ist.

So gehe ein halbes Jahr ins Land, bis das Land die erforderlichen Updates für die Digitalfunkgeräte zur Verfügung stellt. Auch auf die Karten, die für die Inbetriebnahme der Geräte notwendig sind, warte man seit August. "Und wenn wir die dann irgendwann mal bekommen, müssen wir nochmal ein Update machen. Soll das dann erneut sechs Monate dauern?", zeigte sich Bert Juschus während der Sitzung des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses des Verbandsgemeinderates empört. Es könne nicht sein, dass die Verbandsgemeinde (VG) erst 90000 Euro für den Kauf dieser Technik, die eigentlich niemand gewollt habe, ausgeben muss und diese dann nicht einmal funktioniert. "Hier muss die Arbeit seitens des Landes einfach effektiver werden", meinte der VG-Wehrleiter.

Immerhin funktioniere jedoch inzwischen der Digitalfunk im netzbetriebenen (TMO) Modus. "Auch in der Gemeinde Apenburg-Winterfeld", betonte Juschus. Hierum habe sich der Altmarkkreis Salzwedel gekümmert.

Der VG-Wehrchef warnte auch vor weiteren möglichen Kosten, die auf die Verbandsgemeinde für den Digitalfunk zukommen könnten. Etwa in Form der Netzentgelte, die derzeit noch vom Land getragen werden, da sich die neue Technik offiziell im Probebetrieb befindet. "Wer die später bezahlen soll, ist noch nicht geklärt. Ich befürchte, dass das auf uns abgeladen wird", meinte Juschus.

Verbandsgemeinde will Schreiben ans Land richten

Seitens des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses regte Vorsitzender Frank Leskien an, dem Land in einem offiziellen Schreiben die Probleme darzulegen und auf schnelle Lösungen zu drängen. "Die Technik muss funktionieren, da hängen schließlich im Ernstfall Menschenleben dran", erklärte er. VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann sagte zu, einen entsprechenden Brief vorzubereiten. Schließlich sei die Verbandsgemeinde als Träger des Brandschutzes letztlich in der Verantwortung.