Zum 9. Reformationsfest trafen sich Christen aus der Region am Freitag im Altmarksaal in Klötze. Dabei blickten sie in die Geschichte und sprachen darüber, wie Kirche für die Zukunft umgestaltet werden kann.

Klötze l "Freiheit und Verantwortung" lautete das Motto des Reformationsfestes in diesem Jahr. Die Gestaltung des Nachmittags hatten die Pfarrer Gottfried Vogel (Rohrberg), Bernd Schulz (Steimke-Kusey), Joachim Geis (Beetzendorf-Jeeben) und Jochen Heinecke (Breitenfeld) übernommen.

"Vor 25 Jahren sind die Grenzen gefallen", erinnerte Bernd Schulz. "Damit haben wir ein großes Stück Freiheit gewonnen." Diese Freiheit gilt es, zu bewahren. "Wie frei sind wir, Kirche in die Zukunft zu führen und zu gestalten?", spannte er den Bogen von der Vergangenheit in das Heute.

In der Predigt ging Jochen Heinecke auf die geringer werdende Zahl an Pfarrern ein. "Viele frühere Pfarrstellen sind gestrichen worden, viele Gemeinden ohne Pfarrer", sagte er und fragte: "Wo geht die Kirche hin?" Über diese Frage sei auf der Zukunftskonferenz vor einigen Tagen in Gardelegen gesprochen worden (Volksstimme berichtete). Für die rund 100 Leute, die sich dort der Verantwortung für die Kirche stellten, sei indes klar gewesen: "So geht es nicht weiter, aber wo geht es hin?"

Zukunftskonferenz wird 2015 fortgesetzt

Für März und Oktober 2015 kündigte Jochen Heinecke weitere Tagungen im Rahmen der Zukunftskonferenz an. Projekte sollen entwickelt werden, um Wege zu finden, die Kirche zukunftsfähig zu machen.

Jochen Heinecke betonte indes: "Die Kirche steht nicht vor dem Abgrund, sondern vor neuen Voraussetzungen." Ähnlich sei es auch Martin Luther, dem theologischen Urheber der Reformation ergangen, als er 1517 seine 95 Thesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche schlug. "Er wollte keine neue Kirche gründen und alles umstülpen", hob der Pfarrer hervor. "Er wollte einen Disput." Auch in der heutigen Zeit müsse überlegt werden, wohin die Kirche gehen werde. Die heute kritisierten äußeren Faktoren wie zu wenig Geld, Gottesdienstbesucher und Pfarrer seien nicht neu. Solche Diskussionen habe es bereits vor 2000 Jahren im griechischen Korinth gegeben. Die Botschaft daraus sei: "Gemeinden müssen für sich selber sorgen", hob Jochen Heinecke hervor. Christen müssten ihre Kirche selbst gestalten. "Es kommt nicht auf die Qualität und Anzahl der Pfarrer an, es kommt auf euch an", sagte er zu den Christen.

Bitten für Gesundheit und Frieden in der Welt

Im Anschluss an die Predigt schrieben die Besucher ihre Fürbitten auf kleine Zettel. Dabei kamen Wünsche zur Sprache wie für die Posaunenchöre, "dass sie uns fröhlich zum Singen bringen", Gesundheit für alle und dass Gott die Trauernden tröste. Aber auch für Frieden im Nahen Osten und in der Ukraine, die Errettung der Christen im Irak und anderswo sowie Gesundheit für Ebola-Kranke wurde gebeten.

Am Rande der Reformationsfeier konnten sich die Christen an mehreren Ständen informieren. So bastelte Thekla Putzke von der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) mit ihnen Teelichter mit der Luther-Rose, seinem Wappen, und erläuterte die Angebote der EFA. Es gab einen Bücherbasar, Brüder vom Kloster Dambeck stellten ihre Einrichtung vor. Christel Sims und Angela Klein von St. Katharinen in Salzwedel verkauften fair gehandelte und Bio-Produkte wie Honig, Kakao, Tee und Schokolade.

   

Bilder