Die Abzugsgräben zum Schutz gegen Überflutungen in der Ortslage Immekath sind vom übermäßigen Bewuchs und sperrigen Hinterlassenschaften wie Kisten und anderen, nicht mehr benötigten Dingen geräumt. Doch diese Maßnahme wird das Hochwasserproblem wohl nicht lösen.

Immekath l Die öffentliche Diskussion über geeignete Abwehrmaßnahmen gegen plötzlich auftretende Sturzbäche im Ort kocht in der Immekather Bevölkerung, beim Ortschaftsrat und der Stadtverwaltung hoch. Der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands Jeetze, Uwe Heinecke, informierte im Verlauf eines Vor-Ort-Gesprächs den seit wenigen Wochen im Ordnungs- und Bauamt der Stadt tätigen Ulf Dittfach und die Volksstimme über die Hochwassergefahr für den Ort aus seiner Sicht.

Kein Problem, mehrmals im Jahr Gräben zu räumen

Heinecke ist als Geschäftsführer für die Pflege der sogenannten Gewässer zweiter Ordnung auch in Immekath verantwortlich. Zusätzlich bestehen eindeutige finanziell und örtlich beschriebene Abmachungen zwischen dem Unterhaltungsverband und der Stadt für darüber hinaus reichende Pflegemaßnahmen.

Der Fachmann für Wasserbewirtschaftung sieht grundsätzlich kein Problem, die Immekather Abzugsgräben mehr als nur einmal im Jahr zu räumen. Dadurch wird das ureigenste Problem, nämlich die Überflutungsgefahr, nicht verhindert. "Wenn nicht Sofas, Kisten oder andere Dinge den Weg solcher unheilvollen Wassermassen wie bei den bislang letzten beiden Wetterphänomenen versperren, erfüllen die Gräben ihre angedachte Aufgaben", schwenkt Heinecke auf das seiner Meinung nach tatsächliche Problem ein. "Die Flut am Entstehungsort stoppen, das ist der Lösungsansatz. Ist die Regenflut erst einmal im Graben, wird die Wasserfracht auch gefahrlos aus dem Ort geleitet", meint der Wasserwirtschaftler. Im Falle Immekath wäre die Agrargenossenschaft Jeetzequelle als Pächterin der Flächen am Oberdorf am Zug. Der Vorstandsvorsitzende Gerhard Gottschlich informierte auf Anfrage der Volksstimme, dass bereits Gespräche mit Diana Fiedler, einer vom Hochwasser mehrmals betroffenen Anwohnerin, erfolgt seien. "Für mich ist der Weg aus dem Wald in Richtung Ortslage der Unheilsbringer. Die Streckenführung funktioniert wie ein Bachbett, wodurch die Fluten sogar noch Fahrt aufnehmen können. Dort bestünden Möglichkeiten, durch Erhöhung des Weges, Durchbrüche am Ackerrand oder Räumen von Erhöhungen im Ackerbereich kurzfristig Schadensabwehr zu versuchen", schätzt Gottschlich ein. Allerdings haben andere die Hand auf dem Weg als die Genossenschaft. Und er moniert, dass der Ortsbürgermeister bei ihm wegen dieser Hochwassergefahr noch nicht einmal vorgesprochen habe. "Wir sind gesprächsbereit, um geeignete Maßnahmen gegen Hochwasser auf unseren Pachtflächen vorzunehmen", heißt es von Gottschlich.

Eigentlich beste Voraussetzungen zum Schutz gegen Regenfluten. Gehören doch Diana Fiedler, Gerhard Gottschlich und auch Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz der Teilnehmergemeinschaft für das Bodenordnungsverfahren Immekath an.

Diana Fiedler setzt nun auf Eigeninitiative und will eine Mauer mit Spundwand setzen lassen: "Bis das Bodenordnungsverfahren umgesetzt ist, kann und will ich nicht mehr warten. Es tut mir leid, dass das Wasser jetzt andere noch mehr treffen wird."