Das Schreiben des MTV Beetzendorf an die Gemeinde, in dem der beantragte Zuschuss von 3000 Euro für einen Rasentraktor mit der Stölpenbad-Sanierung verknüpft wird, sorgt weiter für Wirbel. Der Verein trat dem Eindruck entgegen, er würde eine Sonderstellung einnehmen und relativierte die ins Spiel gebrachten Zuschusssummen

Beetzendorf l Die von Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch zusammengerechnete Summe von rund 18000 Euro, die dem Männerturnverein (MTV) von 1880 Beetzendorf in den Jahren 2009 bis 2012 aus dem Gemeindehaushalt zur Verfügung gestellt wurde, sorgte bei den Vereinsverantwortlichen zunächst für Rätselraten. "Nach der gewissenhaften Rechnung unseres Schatzmeisters kommen wir für den genannten Zeitraum auf Zuschüsse von genau 4900 Euro", teilte Vorsitzender Heino Herrmann der Volksstimme mit. Darin enthalten sind Zuschüsse der Gemeinde für die Sportplatzsanierung 2009 (1500 Euro), die Solaranlage 2010 (2500 Euro) und die Fenster im Sportlerheim 2011 (400 Euro) sowie eine Spende für die Chronik 2010 (500 Euro).

Doch die Gemeinde übernimmt auch die für die MTV-Mitglieder anfallenden Kosten für die Benutzung der Beetzendorfer Sporthalle. Und diese Beträge flossen in Schmauchs Auflistung ein. 2009 waren dies immerhin 2195,50 Euro und in den darauffolgenden Jahren 2643,50 Euro, 2631 Euro und 2553,50 Euro. Zusammen mit den in den vier Jahren übernommenen Versicherungsbeiträgen von zusammen 2243,39 und Spenden für das Jubiläum "100 Jahre Fußball in Beetzendorf" 2012 (250 Euro) sowie ein Zelt aus Tangeln (100 Euro) wird die von der Gemeinde errechnete Summe erreicht.

"Sportplatz ist genauso wichtig für Schulstandort wie das Bad."

Heino Herrmann

Dennoch will der Sportverein dem Eindruck entgegentreten, er genieße, was die Zuweisung finanzieller Mittel durch die Gemeinde betrifft, eine Art Sonderstellung. "Das ist nicht der Fall", betonte Heino Herrmann. So seien beispielsweise 2007 und 2008 sowie 2013 und 2014 überhaupt keine Zuschüsse an den MTV geflossen. "Für die Flutlichtanlage haben wir 1500 Euro beantragt, die allerdings abgelehnt wurden. Das gleiche gilt für die 2009 beantragten 400 Euro zur Sportplatzpflege", erklärte der Vorsitzende.

Ein weiterer mündlicher Antrag sei nach dem Einbruch im Sportlerheim gestellt worden. "Die Gemeinde oder Verbandsgemeinde hatte ohne unser Wissen die bestandene Einbruchsversicherung aus Kostengründen gekündigt, so dass wir einen Zuschuss von 500 Euro für den neuen Schutz beantragt haben", so Herrmann. Auch dies sei abgelehnt worden, der MTV habe die zirka 1300 Euro Kosten allein tragen müssen. Der Zuschussantrag über 500 Euro für den Kauf eines gebrauchten Rasentraktors fand ebenso keine Zustimmung der Gemeinde.

Was die Übernahme der Sporthallennutzungsgebühren betrifft, so wies der MTV-Chef die Darstellung Schmauchs, dabei handele es sich um eine "freiwillige Subvention der Gemeinde", als "hanebüchen" zurück. Auch Schatzmeister Steffen Klask betonte gegenüber der Volksstimme, dass es sich im Gegenteil um ein "Geben und Nehmen" handele, "ohne den Wert der jeweiligen Leistung auf Heller und Pfennig gegeneinander abwiegen zu wollen". "Der MTV kümmert sich um die Pflege des Sportplatzes, der nicht nur vom Verein, sondern auch von den Schulen genutzt wird", nannte er ein Beispiel. Für die Übernahme der Hallengebühren werde vom Verein also auch eine Gegenleistung erbracht.

Für Ärger hatte beim Beetzendorfer Bürgermeister vor allem gesorgt, dass der MTV seinen Zuschussantrag von 3000 Euro für einen neuen Rasentraktor mit den Ausgaben für die Badsanierung verknüpft hatte (wir berichteten am 3. November). Schmauch sprach von einem "Vergleich von Äpfeln und Birnen", da auch die MTV-Mitglieder das umgebaute Bad benutzen würden. "Darüber freuen wir uns, nur unsere Mitglieder nutzen auch die `Birne`, sprich den Sportplatz", konterte Heino Herrmann. Auch das Argument, der Badumbau sei für den Erhalt des Schulstandortes wichtig gewesen, ließ der MTV-Chef nicht gelten. "Der Sportplatz ist auch für alle Schüler das ganze Jahr über verfügbar und genauso wichtig für den Schulstandort Beetzendorf wie für unsere Einwohner und die dort angebotenen kulturellen Veranstaltungen des MTV", erklärte Herrmann.

"Legitim, nach drei Jahren ohne Zuwendungen einen Antrag zu stellen."

Steffen Klask

Für Schatzmeister Steffen Klask sind die Investitionen ins Bad sinnvoll gewesen. Er sei jedoch genauso der Meinung, "dass es legitim ist, dass wir nach drei Jahren ohne zusätzlich beantragte Zuwendungen von der Gemeinde einmal einen Antrag auf Unterstützung stellen, zumal er der Sportplatzpflege dient und somit auch dem Schulstandort Beetzendorf zugute kommt". Wenn wie in diesem Jahr eine Rechnung nach der anderen für Rasenmäher-Reparaturen in Höhe von jeweils mehreren hundert Euro auf den Tisch flattert, sei das schon eine Situation, "die die ursprüngliche Finanzplanung erheblich beeinflusst, so dass Handlungsbedarf besteht, die Neuanschaffung eines Rasentraktors in Erwägung zu ziehen". "Und es ist ja schließlich ein Antrag und keine Forderung", fügte Klask hinzu.

 

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