Für neun Hundehalter und ihre vierbeinigen Schützlinge war am Sonnabend der große Augenblick gekommen: Sie stellten sich in Rohrberg dem Prüfer. Dabei gingen nicht alle Träume in Erfüllung.

Rohrberg l "Mir klopft das Herz bis zum Hals", gewährte eine der Hundehalterinnen, die sich mit ihren Vierbeinern am Sonnabendvormittag auf dem Rohrberger Hundesportplatz der Prüfung stellten, Einblick in ihre Gefühlslage. Schließlich hatten ihr Schützling und sie monatelang für diesen Moment trainiert. Gemeinsam mit dem Salzwedeler Hunde-sportverein organisierten die Rohrberger Hundesportler die diesjährige Bewertung. "Wir wechseln uns immer ab, weil für einen Verein allein die Teilnehmerzahl zu gering ist", berichtete die zweite Vorsitzende Ines Pollnau.

Prüfer Herbert Marks vom Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine Sachsen-Anhalt nahm die Leistungen von neun Hunden und ihren Herrchen beziehungsweise Frauchen unter die Lupe. Sechs Vierbeiner stellten sich der Begleithunde- und je einer der Fährten- beziehungsweise der beiden Schutzhundprüfungen. Bei letzterer kam es darauf an, dass der Vierbeiner einen flüchtigen Täter aufspürt und stellt, ohne diesen jedoch anzugreifen.

Knifflig wurde es bei der Fährtenhundprüfung. Dabei musste der Hund eine im Gelände ausgelegte Spur erkennen, verfolgen und den abgelegten Gegenstand am Ende der Fährte finden. Und das alles in einer festgelegten Zeit. "Durch Heruntertreten entstandene Verletzungen an Getreidepflanzen reichen schon aus, dass der Hund weiß, wo er langlaufen muss", erläuterte Ines Pollnau.

Grundlage für die weitere Arbeit mit den Vierbeinern ist die Begleithundprüfung, bei der die Disziplin und das Verhalten in der Öffentlichkeit überprüft wird. Mit und ohne Leine muss der Hund neben seinem Besitzer herlaufen, auf Kommando Platz nehmen und sich durch nichts und niemanden ablenken lassen. "Lorenzo", die dreijährige Dogge der Salzwedelerin Andrea Schulze machte dies ausgezeichnet und meisterte auch den Slalomlauf durch die Menschengruppe gut. "Prüfung bestanden", konnte Herbert Marks verkünden.

Anette Friedrich hatte mit ihrem Vierbeiner weniger Glück. "Enya" absolvierte die Prüfungseinheiten eher gelangweilt und fand zwischendurch andere Dinge abseits des Prüfungsgeschehens eindeutig spannender. Im Pech war auch Melanie Ritter, die mit ihrem sehr temperamentvollen Hund gut im Rennen lag. Doch als sie ihren Schützling auf Zuruf zu sich beordern wollte, lief ihm ein anderer Prüfungshund in die Quere und die beiden leisteten sich eine Rangelei, die jeweils die Disqualifikation bedeutete. Damit es beim nächsten Mal besser klappt, gab der Prüfer nach jedem Durchgang die passenden Tipps.

Im nächsten Jahr richtet der Rohrberger Hundesportverein übrigens die Landesmeisterschaften aus: am letzten Wochenende im September auf dem Liestener Sportplatz.

 

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