Wie ein Zoll-Sekretär der BRD zum informellen Mitarbeiter der Stasi wird, wie ein DDR-Bürger mit einer Hühnerleiter in den Westen flüchtet und wie Kühe in eine Minensperre laufen - diese und andere Begebenheiten sind in dem neuen Buch von Fritz Boldhaus zu finden.

Brome l Fritz Boldhaus aus Brome liebt seine Heimat über alles. Daher hat er es sich zur Aufgabe gemacht, regionale Historie für nachfolgende Generationen zu bewahren. Eine Möglichkeit, das zu tun, ist die Gründung eines Museums. Fritz Boldhaus war jahrelang Leiter der Burg Brome (siehe Infokasten). Eine weitere Variante, damit nichts in Vergessenheit gerät, ist die Literatur. So hat Fritz Boldhaus im Laufe seines langen Lebens ein Faible für die Schriftstellerei entwickelt und sich auf dem eigenen Grundstück sogar eine gemütliche Schreibstube eingerichtet. Dort entstanden bereits Werke wie "Die Ohre - eine Wanderung durch den Kulturraum eines merkwürdigen Flusses", "1203 bis 2003 - 800 Jahre Brome" oder das Bromer Lexikon.

Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Grenzöffnung ist jetzt ein neues Buch erschienen. Der Titel lautet: "Von der Zonengrenze im Bromer Land, dem Zollkommissariat Brome, der Wende und danach." Fritz Boldhaus war das Erstellen dieser Lektüre ein besonderes Bedürfnis. Erstens: "Kein Ort an der 1393 Kilometer langen Grenze war so eng von Minenfeldern und Stacheldraht umschlossen wie Brome und kein Ort so zerschnitten wie das hannoversch/preußische Doppeldorf Zicherie-Böckwitz." Und zweitens: "Es war mir wichtig, die Epoche ab 1945 zu dokumentieren, solange es noch Menschen gibt, die darüber sprechen können."

Entstanden ist ein 226-seitiger Band, der chronologisch aufgebaut und mit Zeitzeugenberichten (darunter Zicheries früherer Bürgermeister Adolf Matthies oder Steimkes Chronist Hermann Buchmüller), amtlichen Vermerken, Zeitungs-Artikeln und Fotos gespickt ist.

Fritz Boldhaus wird das Buch - das für 25 Euro käuflich zu erwerben ist - am Donnerstag, 20. November, ab 19 Uhr bei der Mühlenplauderei in der Rehfeldtschen Mühle in Brome vorstellen. Zudem will er es am Sonnabend, 22. November, ab 11 Uhr beim Bürgerfrühstück in Böckwitz präsentieren.