68 Asylbewerber wird der Altmarkkreis voraussichtlich bis Ende des Jahres noch aufnehmen. Ihre Gesamtzahl hat sich gegenüber 2013 weit mehr als verdreifacht. 17 neue Wohnungen werden für die Neuankömmlinge benötigt.

Salzwedel l Neben den angekündigten sinkenden Zuweisungen vom Land über den Finanzausgleich für 2015 bereitet den Verantwortlichen im Kreis vor allem eins Sorge, der Zustrom von Flüchtlingen aus den Krisengebieten in der Welt und deren Unterbringung. Das machten Landrat Michael Ziche und Kämmerer Matthias Baumann in den Ausschüssen des Kreistages deutlich.

Insbesondere die Finanzierung sei für den Kreis kaum noch leistbar. Die Mehrkosten für die Bewirtschaftung belaufen sich im Vergleich zum Vorjahr auf 402000 Euro, teilte der Kämmerer auf Nachfrage mit. Für den Ausbau der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Fuchsberg sowie den Kauf und die begonnene Renovierung eines Wohnblock in Gardelegen sind bislang 817966 Euro ausgegeben worden. Für Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz sind 538126 Euro mehr angefallen. Dieses Geld erhält der Kreis vom Bund erstattet, muss allerdings in Vorleistung gehen.

Umzug nach vier Wochen

"Die aktuellen Zugangszahlen Asylsuchender bewegen sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau", informierte gestern Kreissprecherin Birgit Eurich. In den ersten Novembertagen wurden bereits 186 Erstantragsoptionen für Sachsen-Anhalt registriert. Bei gleichbleibender Entwicklung wäre in diesem Monat mit 930 Neuzugängen zu rechnen. Ein erhoffter starker Rückgang für den November sei nicht zu erwarten.

Die Aufnahmeverpflichtung im Dezember liege voraussichtlich ebenfalls bei 800 Asylsuchenden für das Land. Bei einer Aufnahmequote von 4,3 Prozent ergibt sich derzeit für den Altmarkkreis eine Zuweisung von monatlich 34 Asylbewerbern. "Das heißt, dass wir sowohl für den November als auch für den Dezember jeweils 34 Asylbewerber erwarten. Berechnet man die 68 Flüchtlinge mit Familien bestehend aus vier Personen, ergibt sich, dass 2014 noch 17 Wohnungen einzurichten sind", erklärte Birgit Eurich.

Die Asylbewerber im Altmarkkreis kommen vorwiegend aus den Ländern: Syrien, Irak, Indien, Serbien, Mazedonien, Albanien, Afghanistan sowie aus Ländern Afrikas. 144 von ihnen wohnen derzeit in den Gemeinschaftsunterkünften in Gardelegen und Salzwedel. Familien werden nach etwa drei- bis vierwöchigem Aufenthalt in Wohnungen untergebracht. Zuvor werden sie mit den deutschen "Gepflogenheiten", wie beispielsweise Müllsortieren für den Umzug in eigene vier Wände vorbereitet, berichtete Eurich. Bisher wurden 27 Wohnungen vom Kreis Salzwedel angemietet, dort wohnen 104 Personen. 23 weitere Wohnungen haben Asylbewerber und Geduldete selbst gemietet, in denen 93 Menschen untergebracht sind.

Betreut und unterstützt werden sie von den zwei neu eingestellten Sozialbetreuern, die auch als Dolmetscher fungieren, von der Leitung und den Beschäftigten in den Gemeinschaftsunterkünften, den Sachbearbeitern der Ausländerbehörde und des Sozialamtes sowie von Mitarbeitern der Kreisvolkshochschule. Besonders die Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, Kirchen, die Städte Gardelegen und Kalbe bringen sich unterstützend mit ein.

Wer den Flüchtlingen, die in ihren Heimatländern und auf der Flucht zum Teil Schreckliches erlebt haben, helfen möchte, kann sich an die oben genannten Organisationen wenden.