Was für ein Abend, was für eine Show! Die Prunksitzung des Klötzer Karnevalvereins (KKV) am Samstagabend im pickepackevollen Altmarksaal begeisterte das Publikum und riss die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes von den Stühlen.

Klötze l Zugaben über Zugaben mussten die Akteure auf der Bühne abliefern, angefangen von den Minis und ihrem Hardrock-Tanz über die Cancan-Frauen, die Cheerleader, die Glitzerkuppen-Cowboys, Schwanensee-Landsknechte bis hin zur Piratencrew, zu der sich zum großen Finale nahezu alle erwachsenen Aktiven des KKV vereinten. So ist das eben, wenn im Kino ein erstklassiges Programm läuft.

Elferrat und Prinzenpaar saßen dabei quasi in der ersten Reihe. Allerdings war die oft weitgehend leer, weil viele gleich mehrfach im Programm mitwirkten, so wie beispielsweise Andreas Kipp, der den Abend gemeinsam mit Uschi Ritter gekonnt moderierte.

Das Motto der Session 2014/2015 heißt: "Im Lichtspielhaus des KKV da schallt es lauthals Weka Blau!" Begleitet vom oft und dreifach donnernden Schlachtruf gab es dort Streifen verschiedener Genres zu sehen. Der märchenhafte Auftakt oblag dem neuen Prinzenpaar, Andrè, dem Ersten (Dörk), und Jana, der Ersten (Weinhold), die, mit Zepter und Orden des abgedankten Paares (Ives Albert und Jörg Harms) ausgestattet, die Kussfreiheit eröffneten.

Eine gekonnte Mixtur

Danach gab es einen Streifzug durch die Filmgeschichte: von "Dirty Dancing", über Western, dem zu Herzen gehenden Live-Gesang aus "Die Eiskönigin" bis zum klassischen Ballett, Verruchtem aus Paris, "Singin` in the Rain" und "Fluch der Karibik". Da ohne Sponsoring ja irgendwie nichts mehr läuft, wurde auch Werbung eingespielt. So führten die Herren der Prinzengarde zunächst aktuelle Damen- und etwas später neueste Bademode vor. "Alles aus dem Ling Lang Europashop, zweimal hier in Klötze", ließ Moderator Alexander Kleine das vor Begeisterung johlende Publikum wissen.

Bejubelt wurde später auch die Büttenrede Kleines, der über das Fernsehprogramm herzog, das er während eines Krankenhausaufenthaltes über sich ergehen lassen musste.

Politisch wurde es in den Nachrichten der Purnitz-Welle. Da mutmaßte Reiner Schulz, was gewesen wäre, "wenn wir den Westen übernommen hätten" und zeigte sich überzeugt, dass es "so eine marode Bundeswehr da nicht gegeben hätte!" Als ein Foto vom verwaisten Klötzer Hauptbahnhof auf der Leinwand flackerte, bemerkte er: "Und das zum Thema Reisefreiheit!"

Angesichts der gekonnten Mixtur aus Show und Tanz sowie jeder Menge Witz und Ironie war die erste Prunksitzung der Session 2014/2015 ein absoluter Erfolg und Zeichen dafür, dass der KKV 25 Jahre nach seiner Neugründung die Filmrolle so richtig zum Surren gebracht hat.

   

Bilder