Immer mehr Holzkreuze in Signalfarbe mahnen Autofahrer zwischen Klötze und Schwiesau zur Vorsicht. In den vergangenen Wochen nahm die Zahl der "Dreibeine", sie stehen jeweils für einen Wildunfall, merklich zu. Damit steigt die Unfallquote auf dieser Strecke 2014 auf Rekordniveau.

Klötze/Schwiesau l Das Pilotprojekt "Dreibeine" auf der Landesstraße 19 zwischen Klötze und Schwiesau zeigt Wirkung. Und das in doppelter Hinsicht. Einerseits warnen immer mehr Holzkreuze deutlich vor der Gefahr durch Wildunfälle auf diesem Streckenabschnitt, andererseits lassen sich erste zaghafte Schlüsse aus den Unfalldaten ableiten. Was fehlt, sind sinkende Unfallzahlen.

Derzeit stehen dort 12 dieser Dreibeine, die Autofahrer auf eine wachsende Zahl von Wildunfällen hinweisen. Damit entspricht deren Anzahl auch den tatsächlichen Wildunfällen bis einschließlich 15. Oktober.

Weitere drei Kollisionen seit Mitte Oktober

An diesem Tag traf sich erneut die Projektgruppe aus Vertretern der Unteren Jagdbehörde, von Polizei und Jägerschaft zu einer Zwischenbilanz. Eine Nachfrage in der Kreisverwaltung ergab jetzt, dass seitdem weitere drei Autofahrer auf dieser Strecke unliebsamen Kontakt mit Wildtieren hatten: "Am 16. Oktober kollidierte ein Auto mit einem Wildschwein, am 27. Oktober und am 11. November stießen Fahrzeuge mit Damwild zusammen", informierte Pressesprecherin Birgit Eurich von der Kreisverwaltung.

Somit hat die Polizei auf dem betreffenden Projektabschnitt bis dato 15 Unfälle mit Wild registriert.

Mit Blick auf die Wildunfallzahlen der Vorjahre in diesem Abschnitt ist 2014 also trotz des Projekts bereits jetzt ein Rekordjahr, und der November ist noch nicht vorbei. 2012 sind von April bis November zwischen Klötze und Schwiesau zehn Wildunfälle erfasst worden, 2013 waren es schon 12, 2014 werden es 15 plus x.

Die jüngsten Crashs innerhalb von 300 Metern

Bemerkenswert: Die drei jüngsten Wildunfälle spielten sich auf einem kurzen Straßenabschnitt von 300 Metern zwischen Kilometer 2,2 und Kilometer 2,8 ab. Die fehlenden Kreuze sollen in den nächsten Tagen aufgestellt werden.

Eine positive Rolle könnten jedoch die neuen blauen Reflektoren spielen, die bereits an einem Teil der Leitpfosten an der L19 befestigt worden sind. "Es ist tatsächlich zu erkennen, dass sich ein Großteil der Unfälle im Zeitraum seit Oktober 2014 bis heute im Bereich der L19 ereignet hat, in dem blaue Reflektoren fehlen", informierte Birgit Eurich. "Um allerdings eine genaue Beurteilung vornehmen zu können, ist ein Zeitraum von mindestens drei Jahren nötig."

Bei den "Unfallbeteiligten" kristallisieren sich inzwischen drei Spitzenreiter heraus: "Damwild, Schwarzwild und Rehwild", berichtete die Kreis-Sprecherin.

Ein Problem, das beim vergangenen Treffen der Arbeitsgruppe "Dreibeine" zur Sprache kam, ist der noch verbesserungswürdige Informationsfluss von der Polizei über die Einsatzleitstelle bis zu den Jagdpächtern, die diese Holzkreuze an den Unfallpunkten aufstellen. Dazu sagte Birgit Eurich: "Verbesserungsmaßnahmen wurden erarbeitet und eingeleitet. Auch hier braucht es einen angemessenen Zeitrahmen, um eine Beurteilung vornehmen zu können." Die Prozessoptimierung werde weiter vorangetrieben. Welche Maßnahmen das im Einzelnen sind, sagte sie allerdings nicht.