Apenburg l Dass es in einer Zimmerei hämmert, ist erst einmal nicht ungewöhnlich, wohl aber, wenn selbst nach Feierabend die Werkzeuge nicht ruhen. In dem von Mark Wöllmann geführten Fachbetrieb in Apenburg geschehen seit mehreren Wochen solch merkwürdige Dinge. Bei Einbruch der Dunkelheit kommen Leute auf den Hof der Zimmerei und beginnen dort zu werkeln. "Hier entsteht die große Apenburger Weihnachtsüberraschung", lüftete Peter Warlich am Montagabend das Geheimnis und nahm die Volksstimme mit in die Heinzelmännchen-Werkstatt.

Auf dem Hof zieht die dreistöckige Konstruktion einer Weihnachtspyramide die Blicke auf sich. Zahlreiche Helfer haben den fast acht Meter hohen Koloss in den vergangenen Wochen zusammengebaut, angeführt von Mark Wöllmann und den Mitarbeitern seiner Zimmerei. "Er war der Motor. Wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre die Pyramide noch größer ausgefallen", meinte Warlich. Auf der Holzkonstruktion werden große Kerzen mit LED-Leuchten installiert. Hierfür dienen zurechtgeschnittene Abwasserrohre. "Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann sich hier ein bisschen austoben", freute sich der Apenburger. Neben ihm werkelten unter anderem auch Detlef Tanger, Udo Selzner, Steffen Vollrath, Robin Gürth, Ilse Warlich und viele mehr an der Pyramide mit. Helmut Hardenberg kümmert sich darum, dass die Elektrik des Bauwerks funktioniert. Detlef Schulze und Stefan Borchert sind für die Schlosserarbeiten zuständig.

"Ganz oben über den Flügeln muss der Stern von Bethlehem drauf."

Währenddessen entstehen in der Werkstatt von Armin Jäger die Figuren für die Pyramide. Der Apenburger zeichnet Maria, Josef und das Jesuskind, Hirten, Könige, Ochs und Esel auf Holzplatten und schneidet sie aus. 16 verschiedene Darstellungen sollen das Kunstwerk zieren. Die farbliche Gestaltung übernimmt Stefan Baumgarten. "Das werden Scherenschnittfiguren, die angeleuchtet werden, so dass die Umrisse deutlich zu erkennen sind", erzählte Peter Warlich, der noch einen Wunsch an den Figurenbauer hat: "Ganz oben über den Flügeln muss der Stern von Bethlehem drauf". Entstanden ist die Idee für die Weihnachtspyramide am Biertisch, beim Apenburger Oktoberfest. "Da haben einige gesagt, diesmal nehmen wir das in Angriff", berichtete Warlich, der schon seit Jahren davon träumt. "Jetzt geht mein Wunsch in Erfüllung, und ich bin richtig gerührt darüber, was die Jungs da vollbracht haben", erklärte der Apenburger, der unter anderem das Adventshaus im Ort initiiert hat.

Bis Sonntag sollen die Arbeiten an der Riesenpyramide abgeschlossen sein. Die Einweihung auf dem Dorfplatz ist für den späten Nachmittag geplant. Nach dem Kaffeetrinken im Anschluss an das Adventskonzert in der Kirche können sich alle Einwohner und Gäste selbst von dem prachtvollen Bauwerk überzeugen, das sich wie eine richtige Pyramide sogar dreht. Den Drehkranz haben die Apenburger aus alten Fahrzeugen wiederverwendet. Ein Elektromotor sorgt für die Bewegung der Figuren.

"Das wird die schönste und größte Weihnachtspyramide weit und breit", ist sich Peter Warlich sicher. Und ganz sicher auch die einzige in dieser Größe in der gesamten Region. Auf jeden Fall aber macht das Engagement und der Ideenreichtum der vielen fleißigen Helfer das Bauwerk zu etwas ganz Besonderem.

Besucher können die Pyramide auch zum Apenburger Weihnachtsmarkt bewundern, der am Sonnabend, 6. Dezember, ab 14.30 Uhr auf dem Dorfplatz stattfindet.

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