Beetzendorf l Sieben Klassen werden derzeit in der Beetzendorfer Grundschule unterrichtet. Genauso viele Klassenräume stehen in dem Gebäude, das gemeinsam mit der Sekundarschule genutzt wird, derzeit zur Verfügung. Doch ab nächstem Schuljahr steigen die Schülerzahlen so an, dass eine achte Klasse gebildet werden muss. "Wir brauchen also einen achten Raum, ähnlich wie in Diesdorf", machte Schulleiter Carsten Borchert am Mittwochabend den Mitgliedern des Einrichtungs- und Sozialausschusses des Verbandsgemeinderates klar, die sich vor Ort ein Bild von der Situation machen wollten.

Der Vorschlag der Verwaltung, das derzeitige Lehrerzimmer zum Klassenraum umzufunktionieren, war schnell vom Tisch. Ein Blick der Ausschussmitglieder in den nebenan liegenden kleinen Raum genügte, um festzustellen, dass hier unmöglich 14 Lehrer und sozialpädagogische Mitarbeiter Platz finden können. "Die Kollegen in diesem Loch unterzubringen, ist indiskutabel", meinte Borchert. Zudem fehle Platz für die Unterrichtsvorbereitung und die Ablage von Sachen.

Stattdessen brachte der Schulleiter in Absprache mit dem Elternrat der Grundschule den vor drei Jahren eingerichteten Computerraum der Grundschule ins Gespräch. Hier findet regelmäßig computergestützter Unterricht für alle vier Klassenstufen statt. "Man könnte ihn umbauen und neben der konventionellen mit einer interaktiven Tafel ausstatten, wie es sie schon in vielen Schulen gibt", erläuterte Carsten Borchert. Statt der an Arbeitsplätzen an der Wand installierten Computer, die in anderen Klassenräumen genutzt werden könnten, sei der Kauf von 25 Laptops anzuraten. "So kann der Raum als Klassenraum umfunktioniert und trotzdem weiter für den Computerunterricht genutzt werden", schlug der Schulleiter vor.

Eine solche Lösung, deren Kosten Borchert auf rund 25000 Euro bezifferte, sei auch nachhaltig. Denn für die nächsten Jahre bis 2020 würden die prognostizierten Einschülerzahlen so aussehen, dass weiterhin von acht Klassen in der Schule auszugehen sei.

Im Ausschuss stieß der Vorschlag auf Zustimmung. "Eine sehr gute Lösungsvariante", befand Vorsitzender Günther Serien. Einstimmig wurde die Empfehlung an den Verbandsgemeinderat gefasst, die entsprechenden Mittel dafür in den Haushalt 2015 einzustellen. "Eine Förderung von interaktiven Klassenzimmern ist vielleicht auch über das Stark-III-Programm möglich. Die entsprechenden Richtlinien für die Förderperiode bis 2020 liegen uns aber noch nicht vor", erklärte die stellvertretende Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Eva-Maria Benecke. Für jede der fünf Grundschulen habe die Verbandsgemeinde für diesen Zweck allerdings bereits 20000 Euro eingeplant.

Hort-Ausgliederung in Containerdorf angeregt

Nachdem das Raumproblem der Grundschule damit offenbar kurzfristig gelöst werden kann, drehten sich die Diskussionen um die unbefriedigende Situation des Hortes. Dieser ist auf mehrere Räume in der Schule verteilt. "Die Hausaufgaben werden in Klassenräumen gemacht, die Küche ist hinter der Aula, und auch der Flur sowie die Sporthalle werden genutzt", berichtete Carsten Borchert. Eine richtige Hortbetreuung könne hier kaum stattfinden. Katja Kahle, eine der anwesenden Eltern, wies zudem auf die Sicherheit der Kinder hin. "Eine Hortnerin ist da, die andere dort. Manchmal wird gar nicht bemerkt, wenn ein Kind abgeholt worden ist. Mit dem wenigen Personal können sie einfach nicht den Überblick behalten", meinte sie.

Der bereits beschlossene Bau eines Containers hinter dem Schulhof, für den derzeit die Baugrube ausgehoben wird, vergrößere die Zersplitterung nur. "Zudem verfügt er über keine Toilette. Die Kinder müssen bei Wind und Wetter 80 Meter über den Schulhof laufen", ergänzte Borchert. Um eine dauerhafte Lösung für den Hort zu finden, schlug er die Erweiterung zu einem Containerdorf vor. "Damit wäre der Hort aus dem Gebäude ausgegliedert und hätte endlich die Möglichkeit, vernünftig zu arbeiten", erklärte der Schulleiter. Eine Realisierung dieser Pläne lasse sich vielleicht erst in zwei bis vier Jahren erreichen, aber man könne sich jetzt schon um Fördermittel bemühen.

Zu einer Empfehlung diesbezüglich konnte sich der Ausschuss allerdings noch nicht durchringen. Das Thema soll zur ersten Zusammenkunft 2015 erneut auf den Tisch kommen. Carsten Borchert reagierte darauf mit Unverständnis. "Wenn das Konzept stimmt, kann man doch auch kurzfristig entscheiden. Wir müssen jetzt die Förderanträge stellen. Worauf wollen wir warten? Ob und wann wir dann Geld bekommen, steht doch auf einem ganz anderen Blatt", meinte der Grundschulleiter.