Dieser Auftritt der Glory Gospel Singers war über 90 Minuten ein Konzert der Superlative. Das Sextett spendierte Gospelgesang par excellence, holte sich begeistertes Publikum ins Ensemble zum Mitsingen und zeigte auf, wie vielfältig und melodiös dieser Musikstil ist.

Klötze l Die Sankt Ägidius-Kirche war binnen Minuten ein klingendes Konzerthaus, in dem der ausgefeilte Gesang von ebenso spontanem und intensivem Applaus begleitet wurde. Was diese vier amerikanischen Sängerinnen und die zwei Sänger aus den Vereinigten Staaten an lobpreisender Stimmkraft ablieferten, begeisterte das Publikum. Mit dem Gospel-Klassiker "Oh happy day" endete ein Klassekonzert, das wohl alle Besucher auch als glücklichen Tagesausklang empfanden.

Die Spiritualität beim Lobpreisen Gottes und das unerschütterliche Bekunden von christlichem Glauben wird durch den Gospelgesang im besonderen Maße zum Ausdruck gebracht. Dieses Bekunden mit Gesang gelang der Glory Gospel Singer-Gruppe mit Leiter Shaun (Bass und Bariton), Marc (Tenor), Bryannah (Sopran), Keyannah (Sopran), Jasmine (Alt) und Aprell (Alt) gleich zum Konzertauftakt mit dem vielfach vertonten, wohl aus dem Zentralafrikanischen stammenden "Kumbaya my Lord". Die große Bandbreite von Gospelgesängen erlaubt es sogar, ganze Bibelpassagen melodisch zu erzählen. Die Gospel Singers erzählten auf hohem A-cappella-Niveau von der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft durch den Propheten Moses.

Auch Radetzkymarsch taugt für Gospelbotschaft

Was in vielen Musikrichtungen kaum umsetzbar ist, das ermöglicht der Gospelgesang. Unter dem rhythmischen Klatschen des Publikums pries das professionell im Gesang ausgebildete Sextett den Glauben an Gottes Allmacht in Rapform. Damit nicht genug, bewies die Formation, dass selbst der Radetzkymarsch dazu taugt, um die Idee des Gospelgesangs zu verkünden.

Das Publikum war aufgrund dieser Musikalität und der Nähe zum Sextett mehrfach verzückt, klatschte oder stampfte gleich mit den Füßen im Rhythmus der Lieder mit. Es bedurfte nur eines kurz gefassten Angebots von Sopranistin Jasmine, schon drängten sich Konzertgäste nach vorne, um gemeinsam und inmitten der Gospel Singers zu singen. Bryannah und Aprell verzückten das Publikum zum Ende des Konzerts mit ihrem Gesang und der Performance völlig, so dass auch in den Bänken völlig ohne Hemmnisse gesungen wurde - das Ziel von Gospelgesang war erreicht.

Hinter dieser Leichtigkeit steckt ein strenges Management, das die Wurzel in New York hat. Seit 1995 werden dort mittels Casting erstklassige Sänger und Sängerinnen in das Ensemble aufgenommen, die auf Konzerttourneen den gesamten Globus bereisen. Eine Tournee dauert um die drei Monate an. In dieser Zeit gibt eine Gruppe fast täglich ein Konzert, was 100 Konzertabende am Stück bedeutet.

 

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