Diese aufs Humorvollste abgewandelte Aufführung des Grimm`schen Märchens "Rapunzel" bescherte dem Publikum im Saal des Schwiesauer Fuchsbaus am Sonntag beste Unterhaltung. Gewagt als Inszenierung, gelang die Verbindung von Märchen und neuzeitlichen Tatsachen.

Schwiesau l Mit einfachsten Mitteln, vom Bühnenaufbau bis zur Kostümausstattung, spielte das über die Ortsgrenzen bekannte Schwiesauer Ensemble der Jenner-Mamas diesen Einakter, der das junge wie ältere Publikum bestens amüsierte. Auch trug dazu bei, dass die Darstellerinnen allesamt im Dorf bestens bekannt sind. Ihr Hang zur Komödie war das Aushängeschild für die 14. Aufführung in Folge.

Das Märchen von dem den Eltern am zehnten Geburtstag entrissenen blonden Mädchen ist hinlänglich bekannt. Umso mehr verblüffte und amüsierte die Inszenierung der Jenner-Mamas durch Anreicherungen aus der Neuzeit. So handelte es sich bei der Hexe Bothlind um eine dorfbekannte Alte, gespielt von Nicole Spalik, die Rapunzel mit Dönern aus Klötze versorgte; um eine Rapunzel (Julia Baucke und Elke Beneke), die unter dem Fluch litt, einsam und ohne Handy und Internet auskommen zu müssen. Zumal die Telekom wohl eh nie das märchenhafte Dorf mit schnellem Datenfluss versorgen wird. Und auch die beiden Engel (Alessa Duhm und Clara Baucke), die kraft himmlischer Digitalimpulse sowohl die Fußballweltmeisterschaft für Deutschland als auch die Befreiung Rapunzels aus dem Bann der Hexe in die richtigen Bahnen lenkten, ließen das Publikum lachen und spontanen Applaus spendieren. Höhepunkt war dann der Freudentanz der verliebten Rapunzel und des überglücklichen Prinzen. Die Größenverhältnisse zwischen den beiden Akteurinnen und die moderne Tanzvorlage aus den aktuellen Pop-Charts bescherte erneut Szenenapplaus für das märchenhafte Paar und Schmunzelgarantie beim Publikum.

Erlös wird zum Wohl des Nachwuchses verwendet

Nach dem Bühnenstück wurde die üppige Kaffeetafel eröffnet. Auch dieses Angebot ließen sich die Gäste nicht entgehen, sodass Ortsbürgermeister Helmut Fuchs auch im kommenden Jahr wieder von finanzieller Unterstützung zum Wohl des Schwiesauer Nachwuchses ausgehen kann, was die Jenner-Mamas bereits signalisierten. Persönlich meinte der Kommunalpolitiker zwischen Theateraufführung und Kaffeetafel, dass überhaupt jede freiwillige Aktivität im Dorf eine zu begrüßende Bereicherung sei.

 

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