Die Ära der Zinnbergschule in Klötze geht im Sommer nächsten Jahres zu Ende. Infolgedessen wird auch der Förderverein überflüssig. Bei der Mitgliederversammlung am Montag wurde die Auflösung beschlossen.

Klötze l Ein bisschen Wehmut kam an diesem Abend schon auf. Vorsitzende Sybille Schulze wollte das auch gar nicht leugnen. Abschied zu nehmen, so sinnierte sie beim Blick auf etliche Zeitungsartikel aus der Vergangenheit, sei eben nicht leicht. Schon gar nicht nach 18 "erfolgreichen Jahren". Doch es muss sein. Denn die Zinnbergschule wird 2015 geschlossen - und damit rückt auch das Ende des Fördervereins, der am 30. Mai 1996 auf Initiative von Daniela Blume gegründet worden war und derzeit mehr als 60 Mitglieder hat, in greifbare Nähe. Was bleibt, ist der Stolz auf das Erreichte. "Der Förderverein hat Spuren hinterlassen", betonte Sybille Schulze, als sie ein letztes Mal den Vorstandsbericht abgab. Traditionen wurden gepflegt, Feste gefeiert und unvergessliche Eindrücke gesammelt. Sybille Schulze erinnerte an die jährlichen Neptunfeste im Waldbad, an die Nikolaus-Staffeln in der Zinnberghalle, an die Aufenthalte in einem Harzer Waldheim und nannte noch weitere Beispiele. Die Vorsitzende machte deutlich, dass all das und vieles andere mehr ohne die Beiträge der Mitglieder und vor allem die dankenswerte Unterstützung der treuen Sponsoren nicht möglich gewesen wäre.

Durch diese Gelder konnte auch in den vergangenen beiden Jahren wieder in die Ausstattung der Zinnbergschule investiert werden. So wurde das PC-Kabinett, in dem die Schüler unter anderem Bewerbungen schreiben, durch fünf neue Computer und einen Laserdrucker auf den neuesten Stand gebracht. Zudem wurden Lernposter angeschafft, ein sogenannter Zahlenstrahl für den Mathematikunterricht, neue Netze für die Fußballtore, ein Spiegel für den Hort - und, nicht zu vergessen - ein Fernseher samt Video-Rekorder und DVD-Player. Hingegen musste der Plan, eine Lernküche einzurichten, wegen der baldigen Schulschließung verworfen werden.

"Wir werden uns viel Mühe geben, damit der letzte Schultag ein Highlight wird."

Sybille Schulze

Doch damit nicht genug: "In den letzten Monaten unseres Bestehens haben wir noch viel vor", kündigte Sybille Schulze an. So fahren die Zinnbergschüler demnächst zur Kinowoche nach Salzwedel. Dort wird die Unterstufe am 10. Dezember auch ein Märchen sehen. Und für den 18. Dezember ist ein Ausflug ins Wolfsburger Badeland vorgesehen. Im Frühjahr steht eine Tagesfahrt nach Berlin sowie der Besuch des Phaeno in Wolfsburg auf dem Programm. "Krönender Abschluss" sollen die Festivitäten rund um den letzten Schultag am 10. Juli werden. "Wir werden uns viel Mühe geben, damit das ein Highlight wird", versprach die Vorsitzende und deutete an, dass dazu auch ehemalige Schüler und Lehrer eingeladen werden sollen. "Da gibt es noch viel zu organisieren, aber wir kriegen das hin", versicherte Sybille Schulze.

Sollte in der Kasse des Vereins noch etwas übrig bleiben, dann kommen diese Reste anderen Schulen zugute.

Dass die Zinnbergschule in Klötze keine Zukunft hat, das nimmt der Förderverein dem Kreistag noch immer übel. So werden, wie Sybille Schulze kritisierte, die knapp 50 verbliebenen Schüler zu Leidtragenden, indem sie ihr vertrautes Umfeld verlassen und auf eine andere Förderschule in Salzwedel, Gardelegen oder Haldensleben wechseln müssen. "Einige überlegen auch, eine Grund- oder Sekundarschule zu besuchen", erzählte die Vorsitzende, stellte jedoch klar: "Inklusion ist gut gemeint." Allerdings reichen die zwei Förderstunden, die pro Woche an Regelschulen angeboten werden, nicht aus, damit Lernbehinderte dem Unterricht folgen können. Nicht geklärt ist auch, was mit der hochwertigen Ausstattung der Zinnbergschule - wie dem Snoozle-Raum, indem sich auf einem Wasserbett entspannt und ausgeruht werden kann - oder der Seilbahn passieren soll. Und über die Zukunft der Lehrer ist auch noch nicht gesprochen worden, monierte Sybille Schulze. Martina Truthe erwähnte, dass die Kinder und Jugendlichen über die Schließung der Zinnbergschule sehr traurig sind und gar in den Streik treten wollten.

Abschließend wurde turnusgemäß noch der neue Vorstand gewählt, der sich eben auch um die Auflösung des Fördervereins kümmern muss. Vorsitzende bleibt Sybille Schulze, ihre Stellvertreterin ist weiterhin Ute Lieske und Martina Truthe bleibt Schatzmeisterin. Außerordentliche Mitglieder sind Armin Bauer, Götz Isensee, Susanne Licht und Ina Kretzschmer.