Nach 48 Jahren als Erzieherin ist Anna-Maria Gase in der Rohrberger Kindertagesstätte in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Stöckheimerin will allerdings weiterhin stundenweise für die Einrichtung tätig bleiben

Rohrberg l Mucksmäuschenstill ist es am Vormittag in der Rohrberger Kita "Schoorbergzwerge". Doch die Mädchen und Jungen schlafen nicht etwa oder sind "ausgeflogen", sie bereiten sich auf eine Überraschung vor. Die gilt Anna-Maria Gase, doch davon darf die Stöckheimerin nichts wissen. "Irgendetwas ist im Busch, deshalb haben sie mich in die Küche verbannt", schmunzelt die Erzieherin, die auf einen Zusammenhang mit ihrem Geburtstag tippt, den sie vor einigen Tagen gefeiert hat. Dann der Ruf: "Du kannst reinkommen!"

Als sie die Tür zum großen Gruppenraum öffnet, kann Anna-Maria Gase Tränen der Rührung nicht mehr verbergen. Die "Schoorbergzwerge" haben ein großes Spalier gebildet und bitten sie auf dem mit Goldpapier ausgelegten Thron in der Mitte Platz zu nehmen. Musik von Peter Maffay erklingt, es ist der Lieblingssänger der Stöckheimerin.

Viele Wochen haben die Kinder zusammen mit ihren Erzieherinnen das kleine Programm eingeübt, um Anna-Maria Gase nach 48-jähriger Tätigkeit in der Betreuung der Jüngsten in den Ruhestand zu verabschieden. "Das musste immer heimlich geschehen, sie sollte ja nichts mitbekommen. Und alle Kinder haben tatsächlich dicht gehalten", freute sich Susann Kuhfeld, die die Überraschung federführend organisiert hat.

Seit 1973 in der Rohrberger Einrichtung beschäftigt

Als ihre Schützlinge den Maffay-Hit "So bist du" mit dem Refrain "Und wenn du gehst, dann geht nur ein Teil von dir" intonieren, fließen wieder Tränen. Dabei bleibt Gase der Einrichtung ja noch erhalten und wird stundenweise in der Kita weiter mitarbeiten. "Gott sei Dank auch, wir brauchen sie ja noch, Anne weiß wo alles liegt und noch viel mehr", meinte Kita-Leiterin Andrea Johansen. Und tatsächlich: Der Erfahrungsschatz, den die Stöckheimerin in den vergangenen 48 Jahren aufgebaut hat, ist groß.

In der Klötzer Krippe absolvierte Gase von 1966 bis 1969 ihre Ausbildung und drückte nebenbei in Tangermünde die Schulbank. Anschließend war sie vier Jahre in Ahlum im Krippenbereich tätig, machte 1971 in Magdeburg ihren Leiterinnenlehrgang und wechselte zwei Jahre später in den Rohrberger Kindergarten, wo sie seitdem die Jüngsten betreut. "In den 41 Jahren hier habe ich viel erlebt und alle baulichen Veränderungen mitgemacht. Aber das Schönste war immer das Kinderlachen und zu sehen, dass die Kinder glücklich sind", erzählte Anna-Maria Gase. Nach der Wende machte sie ihren Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin, wovon die Kinder in ihrem musikalisch vorgetragenen Lebenslauf ebenfalls erzählten.

Geschenke gab es auch, so etwa von jedem Kind eine weiße Rose und auch die Kolleginnen, Eltern und Bürgermeister Bernd Schulz bedankten sich für die Zusammenarbeit. "Ich kann nur Danke sagen und euch bitten, dieses Haus weiter mit Freude und vielen guten Ideen zu erfüllen", appellierte Gase an die Runde. Was sie selbst mit dem Mehr an Freizeit anfangen wird, da braucht sie nicht lange zum Nachdenken. "Meine kleine Familie, die in Niedersachsen wohnt, nimmt Omas Hilfe gern in Anspruch", schmunzelte die frisch gebackene Rentnerin.

 

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