Ein anschauliches Bild vom Alltagsleben der Menschen in der westlichen Altmark im 18. Jahrhundert hat der Jübarer Hartmut Bock in seinem neuen Buch gezeichnet. Morgen soll das 380 Seiten starke Werk offiziell präsentiert werden.

Jübar l "So ein Kulturbild vom Leben in den Dörfern der westlichen Altmark im 18. Jahrhundert zu schreiben, habe ich mir immer vorgenommen, jetzt ist es endlich vollbracht", freut sich Hartmut Bock. Der Jübarer Hobbyhistoriker hat für sein neues Werk, das morgen um 14 Uhr in der Gaststätte Zur Linde (Schwieger) in Jübar offiziell vorgestellt wird, jede Menge Material aus seinen diversen Archivbesuchen der vergangenen Jahre zusammengestellt. "Das betrifft vor allem die Orte der ehemaligen Ämter Dambeck und Diesdorf", erzählt Bock. Von dort sind historische Zeugnisse bis ins 14. Jahrhundert hinein erhalten geblieben - in den Landeshauptarchiven von Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Brandenburg sowie im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin.

"Der Amtmann hat in den Akten immer eine Rubrik Gemischtes angelegt, in die das reinkam, was über war", erläutert der Jübarer. Aus diesem Fundus, der interessante und wertvolle Quellen umfasst, habe er sich bedient. Ziel sei es gewesen, ein möglichst umfassendes Bild vom Leben der Menschen zu damaliger Zeit zu zeichnen. "Und zwar so, dass sich man sich beim Lesen in jene Zeit zurückversetzt fühlt", so Bock.

Vorgestellt wird die soziale Struktur der Dorfbevölkerung im 18. Jahrhundert, vom Dorfschulzen über die Ackerleute, Grundsitzer, Kossaten, Einlieger, Knechte und Mägde, bis hin zu den Dorfhirten und -armen. Eine Sonderstellung nahmen die Pastoren und Lehrer ein, denen ebenfalls ein Augenmerk gilt. Weitere Kapitel betreffen die Landwirtschaft, Handel und Gewerbe sowie das Handwerk. Letzteres bestand auf dem Lande aus den Gewerken der Schmiede, Zimmerleute, Leineweber, Schneider und Rademacher. Auch über die hygienischen Verhältnisse, die Krankheiten der damaligen Zeit, über Aberglaube, Hexerei, Bräuche, die Stellung zur Archäologie, den Grenzverlauf und -schmuggel sowie das Soldatenwesen hat der Jübarer in den Archiven interessante Fakten gefunden.

"Ich habe sehr viele zeitgenössische Quellen im Original zitiert, um dem Leser das Flair des 18. Jahrhunderts zu vermitteln", erklärt Hartmut Bock. Zwar handele es sich um eine wissenschaftliche Darstellung, wovon schon der große Anmerkungsapparat sowie das umfangreiche Literaturverzeichnis und Ortsregister zeugen, doch gleichzeitig habe er sich bemüht, das Buch für Jedermann lesbar zu machen.

Das reich bebilderte 380-Seiten-Werk kann bei der Präsentation morgen erstmals erworben werden. Es ist als 13. Heft in der Reihe "Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel" erschienen.