Viele der mehr als 70 Feuerwehrfahrzeuge in den Gerätehäusern der Verbandsgemeinde (VG) sind überaltert. Der VG-Rat beschloss am Mittwoch, Fördergelder für einen Neukauf beim Land zu beantragen.

Winterfeld l "Im Jahr 2016 fördert das Land den Kauf von insgesamt sechs Löschfahrzeugen. Bis zum 15. Januar des nächsten Jahres muss der Förderantrag abgegeben sein", informierte VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann die Ratsmitglieder während der Sitzung in Winterfeld. Die Risikoanalyse zeige, dass es den Bedarf gebe. Zudem müsse der Landkreis dem Antrag zustimmen.

"Die Diesdorfer Wehr ist prädestiniert, solch ein Fahrzeug in den Bestand zu bekommen", fügte sie hinzu. Die Gesamtkosten für das LF 20, so die amtliche Abkürzung, würden 380000 Euro betragen. Davon würden 100000 Euro gefördert.

"Ob wir Erfolg haben mit unseren Antrag, müssen wir sehen. Aber zuvor muss der VG-Rat entscheiden, ob dieser überhaupt gestellt werden soll", erklärte Christiane Lüdemann.

Treibstoffkosten senken

"Wird dann ein altes Fahrzeug ausgesondert, wenn es klappt?", wollte Ratsmitglied Axel Pieper (Unabhängige Fraktion) wissen. "Wenn es klappt, wird über Aussonderung und Umsetzung entschieden. Das haben wir bis jetzt immer so gehandhabt", antwortete sie. "Wie ist der Bestand in Diesdorf bisher?", fragte Lutz Amft (Unabhängige). Dort gebe es zwei Löschfahrzeuge, die beide in den 90er Jahren gebaut worden seien, sowie einen Rüstwagen Marke Eigenbau, der aus dem Jahr 1984 stammt, berichtete Winfried Arndt, in der Verwaltung auch für den Bereich Feuerwehren zuständig. "Sie haben alle einen Stern. Aber auch ein Stern fängt an zu rosten", fügte er hinzu. Sollte es mit der Förderung klappen, könnten die Diesdorfer künftig die gleichen Aufgaben mit zwei statt wie bisher mit drei Fahrzeugen erfüllen, so Winfried Arndt.

"Um welche Summe lässt sich der Instandsetzungsbedarf verringern?", wollte Willi Grunewald (CDU-Fraktion) wissen. Das lasse sich nicht genau beziffern, antwortete Winfried Arndt. Treibstoffkosten könnten gesenkt, Reparaturkosten verringert werden. "Was ist, wenn wir die Fördermittel nicht bekommen?", fragte Willi Grunewald nach. "Dann muss sich die Feuerwehrleitung damit auseinandersetzen, ob ein neues gebrauchtes Fahrzeug angeschafft wird. Endgültig muss darüber aber der Rat entscheiden", sagte Christiane Lüdemann. Im August 2015 solle wohl die Antwort vorliegen, ob die Förderung komme oder nicht. "Wir müssen aber nachweisen, dass wir die Mittel im Finanzplan vorgesehen haben", fügte sie hinzu.

Ratsmitglied Udo Riechmann, der selbst viele der vorhandenen Feuerwehrfahrzeuge gesehen habe, verwies darauf, dass es "eine ganze Stange Geld" sei. "Aber wir müssen vorankommen beim Autokauf und noch gute Gebrauchte nach dem Rotationsprinzip umschichten", forderte er. Deshalb sprach er sich dafür aus, auf jeden Fall den Beschluss zu fassen, um den Förderantrag stellen zu können. Dafür sprachen sich die Ratsmitglieder einstimmig aus.

Vier weitere Beschlüsse in Sachen Feuerwehr waren zu fassen. Werner Serien als Siedenlangenbecker Ortswehrleiter und Dirk Tiebermann als dessen Stellvertreter sind für weitere sechs Jahre in das Ehrenbeamtenverhältnis auf Zeit berufen worden. Andreas Klink wird ab 1. Januar 2015 die Ortswehrleiter-Aufgabe in Gladdenstedt für sechs Jahre übernehmen. Die dortigen Kameraden sprachen Gerhard Kasper das Vertrauen als Stellvertreter aus, der jedoch binnen zwei Jahre die noch fehlenden Lehrgänge absolvieren muss.