Oebisfelde l Jan Rogowski, langjähriger Bürgermeister von Oebisfeldes polnischer Partnerstadt Lidzbark, hat im November die Wahl zum Stadtoberhaupt der Kommune verloren. Darüber informierte am Donnerstagabend während der Sitzung der Arbeitsgruppe (AG) Städtepartnerschaft Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch.

Neuer Lidzbarker Bürgermeister sei der erst 29 Jahre alte Maciej Sitarek. Der verheiratete Vater eines Kindes wohne erst seit vier Jahren in Lidzbark und gelte kommunalpolitisch als ein eher unbeschriebenes Blatt. Trotzdem habe er sich bei der Wahl klar gegen Rogowski durchgesetzt. Immerhin habe er knapp 1000 Stimmen mehr eingefahren als sein 73-jähriger Kontrahent Rogowski, der auf 1974 Stimmen gekommen sei. Dazu erklärte Bogumila Jacksch: "Maciej Sitarek hat für seine Wahl sehr viel mit dem Internet gearbeitet und dadurch insbesondere die Jugend erreicht."

Ob der Wechsel an der Spitze im Lidzbarker Rathaus, Sitarek sei seit vergangenen Montag im Amt, Auswirkungen auf die Städtepartnerschaft habe, in welcher Form auch immer, konnte Bogumila Jacksch am Donnerstag noch nicht einschätzen. "Ich werde mich in Kürze mit dem neuen Bürgermeister telefonisch in Verbindung setzen. Vielleicht kann ich bereits erfahren, welche Vorstellungen er in puncto Städtepartnerschaft in den vorerst vier Jahren seiner Amtszeit hat", kündigte die Ortschefin an.

Von den Mitgliedern des Ausschusses wurde indes die Abwahl Rogowskis bedauert. Er habe nach Aussage von Bogumila Jacksch während seiner Amtszeit einige positive Akzente in Lidzbark setzen können und habe auch stets voll hinter der Partnerschaft zwischen seiner Kommune und Oebisfelde gestanden. Er sei immer ein verlässlicher Partner gewesen.

Der nunmehrige Lidzbarker Ex-Bürgermeister sei es auch gewesen, der vor 13 Jahren die Städtepartnerschaft gemeinsam mit Oebisfeldes Alt-Bürgermeister Hans-Jochen Giffey, der mittlerweile 81 Jahre alt ist, auf den Weg gebracht habe.

Trotz der noch unklaren Lage in Lidzbark planen die Mitglieder der AG aber bereits das nächste Partnerschaftsprojekt. Nach dem Besuch der polnischen Delegation in diesem Jahr zur 1000-Jahr-Feier soll 2015 der Gegenbesuch erfolgen.

"Wir hatten eine kleinere Abordnung im Blick, doch die Breitenroder Feuerwehrkapelle hat ihr Interesse zur Mitreise bekundet. Das hat natürlich finanzielle Auswirkungen, die wir möglichst schnell klären müssen", informierte Bogumila Jacksch am Donnerstag.