Im Jubiläumsjahr der Senioren-Schwimmgruppe des VfB Klötze herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Grund dafür ist der seit längerem fehlende Übungsleiter. Seit dem Ende der Sommerpause müssen die Senioren deshalb auf den für ihre Gesundheit wichtigen Sport verzichten.

Klötze l Die Senioren der Schwimmgruppe um Betreuerin Margrit Schnüber sind ratlos. Ohne einen Übungsleiter können sie nicht wöchentlich zur Wassergymnastik in die Schwimmhalle nach Salzwedel fahren. "Wir haben gemerkt, die Wassergymnastik tut uns richtig gut, einige sind ganz verrückt danach", berichtete Margrit Schnüber am gestrigen Montag. Sie hat die Zeit von 11 bis 13 Uhr für ein Treffen der Mitglieder in der Alten Feuerwehr, ihrem Stammsitz, gewählt, weil sie in diesen Stunden im Normalfall in die Schwimmhalle gefahren sind. Schnüber wollte mit ihnen beraten, wie es nun weitergehen soll, und nebenbei das 20-jährige Bestehen der Gruppe mit einem deftigen Frühstück feiern.

Ausbildung für Gymnastik im Wasser ist erforderlich

"Es muss ein ausgebildeter Übungsleiter für Wassergymnastik oder für den Breitensport mit einer Zusatzausbildung sein", erläuterte Margrit Schnüber. Um wenigstens die Durststrecke bis zur nächsten Sommerpause zu überbrücken, hat sie jetzt mit einem Vertreter des Behindertenverbandes Salzwedel gesprochen. "Eventuell könnte sich da eine Lösung abzeichnen", stellte Margrit Schnüber in Aussicht.

Die Senioren unterbreiteten den Vorschlag, auf die Gymnastik zu verzichten und nur zu schwimmen, bis ein Übungsleiter gefunden ist. Sie würden doch die Übungen kennen und könnten einige allein probieren. Doch für diese Notvariante konnten sich die Senioren nicht endgültig erwärmen. Weitere Ideen gab es nicht.

Aus diesem Grund ging Margrit Schnüber zum gemütlichen Teil des Treffens anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Schwimmgruppe über. Sie erinnerte an die Anfänge, als Horst Staaks vom Behinderten- und Rehabilitationssportverein sie 1994 ansprach und die Bildung einer solchen Schwimmgruppe vorschlug. "Damals noch unter dem Dach des Sozialzentrums", erinnerte sich Margrit Schnüber.

Mit fünf, sechs Frauen fing alles an. Sie fuhren zuerst noch mit einem Bulli nach Salzwedel. "Edith Puff, Hildegard Dammert und Emmi Meyer", zählte Margrit Schnüber, die natürlich selbst mit zu den Gründungsmitgliedern zählt, einige Namen auf.

Doch es dauerte nicht lange, da reichte der kleine Bulli nicht mehr aus. Ein großer Bus musste die Senioren wöchentlich nach Salzwedel bringen, weil das Interesse schnell wuchs. Er machte Station in Kunrau, um dort einige Interessenten abzuholen, und sammelte weitere Senioren auf dem Weg nach Beetzendorf und Salzwedel ein.

Runden im Waldbad füllen die warmen Monate

Um auch die Sommerpause für ihren Wassersport nutzen zu können, fragten die Senioren schon Mitte der 1990er Jahre beim damaligen Klötzer Bürgermeister an, ob sie nicht gleich am frühen Morgen, noch vor dem offiziellen Öffnen, ein paar Schwimmrunden im Klötzer Waldbad drehen dürfen. Kein Problem. Seitdem schwimmt ein Teil der Seniorengruppe dort schon vor allen anderen Badegästen einige Runden im großen Becken - und das täglich.

Zwischenzeitlich zählten 30 Mitglieder zu der Schwimmgruppe. Heute hat sich deren Mitgliederzahl bei 25 eingependelt. Einige scheiden aus Altersgründen aus, Jüngere rücken nach. "Viele sehen die Schwimmgruppe auch als Anfang, um in die regelmäßigen Veranstaltungen der Senioren in der Alten Feuerwehr einzusteigen", informierte Margrit Schnüber. Jüngere hätten eine Scheu vor Seniorengruppen. Aber Wassergymnastik klinge nach Fitness, da würden sie eher mitmachen, vermutete Schnüber. Später beteiligen sie sich auch an den Angeboten der anderen Seniorengruppen.

Für sie alle ist die Wassergymnastik inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Lebens. Weil sie gut ist gegen Gelenkbeschwerden. Deshalb wünschen sich die Senioren so sehr einen Übungsleiter.

Bei Margrit Schnüber bedankten sich einige Frauen schon mal für ihr Engagement mit einem kleinen Präsent.