Beetzendorf l Als am Sonnabendnachmittag das letzte Lied beim Weihnachtskonzert der Beetzendorfer Chöre verklungen war, wollte der Beifall in der Aula der Beetzendorfer Grund- und Sekundarschule kaum verebben. Er galt vor allem den Sängerinnen des Frauenchores der Burggemeinde, die 48 Jahre nach der Gründung gerade ihren letzten öffentlichen Auftritt absolviert hatten und um eine Zugabe in Form des Gospels "Heaven is a wonderful place" nicht herumkamen.

"Zum Jahresende werden wir uns vom Chorgesang verabschieden", verkündete die zweite Vorsitzende Edelgard Wuttke den Zuhörern am Ende des Konzertes. Der Grund ist ganz einfach: Die Zahl der Sängerinnen hat sich in allen Stimmlagen drastisch reduziert. "Es hat keinen Sinn mehr", bedauerte Wuttke gegenüber der Volksstimme das Aus für den Chor.

Die Beetzendorferin bedankte sich im Namen der Sängerinnen für die langjährige Treue, die das Publikum dem Frauenchor gehalten hat. "Zudem sagen wir der Gemeinde Beetzendorf ein großes Dankeschön, die uns all die Jahre unterstützt und mit der wir gut zusammengearbeitet haben", fügte Edelgard Wuttke hinzu.

Ein besonderer Dank galt auch dem Männerchor mit seiner Leiterin Cornelia Jung für die vielen gemeinsamen Auftritte und dem eigenen Dirigenten Rainer Rodzis. "Er hat unseren Chor die vergangenen vier Jahre musikalisch geleitet und uns viel Chorwissen vermittelt", lobte die zweite Vorsitzende.

Anfang nächsten Jahres wird es eine letzte Hauptversammlung aller Mitglieder geben, kündigte Edelgard Wuttke an. Danach ist der Frauenchor Beetzendorf, der 1966 aus der Taufe gehoben wurde, Geschichte. Bürgermeister Heinrich Schmauch bedauerte am Rande des Weihnachtskonzerts gegenüber der Volksstimme, dass mit dem Chor ein Stück kulturelles Leben in der Burggemeinde stirbt. Er habe aber die Hoffnung, dass sich eines Tages wieder genügend Frauen, auch jüngeren und mittleren Alters, zusammenfinden werden, die den Chorgesang wieder aufnehmen.