Es war ihm ein Bedürfnis: Klötzes Bürgermeister Matthias Mann bedankte sich am Ende der letzten Stadtratssitzung des Jahres ausdrücklich bei den Stadträten für ihr Vertrauen. Und auch für ihr frühzeitiges Votum zu einem ausgeglichenen Haushaltsplan.

Klötze/Immekath l Klötze ist eine der ersten Kommunen, wenn nicht gar die erste, die mit einem ausgeglichenen Haushaltsplan in die Weihnachtsfeiertage gehen kann. Das sei angesichts sinkender Zuweisungen vom Land und den großen finanziellen Problemen, die andere Städte und Gemeinden mit ihren Haushaltsplänen haben, keine Selbstverständlichkeit. Das sagte Klötzes Bürgermeister Matthias Mann nach dem offiziellen Teil der Stadtratssitzung am Mittwochabend in der Immekather Gaststätte Zu den Linden. Traditionsgemäß beschließt der Stadtrat das Sitzungsjahr mit einem Essen.

"Danke für das Vertrauen und die Zustimmung zum Haushalt", betonte der Bürgermeister. "Die Aufgaben vor uns werden jedoch nicht einfacher", stimmte er die Räte auf das Kommende ein. "Gerade dieses Jahr war ein sehr bewegtes." Nach der Wahl seien mit neuen Ortschaftsräten und Ortsbürgermeistern neue Situationen eingetreten. Aber die Aufgaben seien nahtlos übernommen worden, freute sich Matthias Mann.

"Stadt hat dennoch eine positive Entwicklung genommen."

Die Verwaltung in Klötze musste sich mit größeren krankheitsbedingten Ausfällen und Umstrukturierungen der Ämter auseinandersetzen. "Die Stadt hat dennoch eine positive Entwicklung genommen", hob der Bürgermeister hervor. Dafür möchte er sich persönlich bedanken. Sein Empfinden sei: "Der Umgang miteinander und die politische Streitkultur sind besser geworden."

Damit zielte Matthias Mann auf anfängliche Reibereien zwischen den Lagern im Stadtrat ab, die zu Beginn nach der Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Klötze nahezu auf jeder Sitzung der Räte an der Tagesordnung waren.

"Auch heilige Kühe können problemlos diskutiert werden."

Im vergangenen Jahr hätten einige Projekte umgesetzt werden können. "Baulich, kulturell, in den Kindereinrichtungen", zählte Matthias Mann auf. Die Verwaltung hätte das zweite Jahr mit einem doppischen Haushalt (ein Buchführungsstil mit doppelter Kontenführung, Anmerkung der Redaktion) überstanden. "In den Ortschaften ist hervorragende Arbeit geleistet worden", lobte Matthias Mann. Die Vereinsarbeit sei gut aufgestellt, im Jugend- und Seniorenbereich werde viel geleistet. Herzlichen Dank dafür."

Die Stadt sei laut Matthias Mann auch mit dem Jahresabschluss und den gesetzten Zielen gut aufgestellt. Das treffe selbst im Landes- und Kreismaßstab zu, bei den Rücklagen und Werten, bei freiwilligen Aufgaben, die sich die Stadt noch leisten kann.

Als positiv bezeichnete Matthias Mann, dass bei den Haushaltsdebatten "auch heilige Kühe wie Dorfgemeinschaftshäuser, Freibäder und andere freiwillige Aufgaben problemlos angesprochen werden können". Darüber werde bisher nur diskutiert. "Wir sind noch nicht in einer Situation sagen zu müssen, dass wir uns bestimmte Dinge nicht mehr leisten können", hob Matthias Mann hervor.

Sein Credo ist es: "Man muss auch mal klagen, beispielsweise wegen geringerer Zuweisungen durch das Finanzausgleichsgesetz und anderer Dinge." Er selbst habe in Magdeburg mit gegen das Gesetz demonstriert. Die Stadträte bat Matthias Mann aber darum: "Wir sollten uns jedoch davor hüten zu jammern. Denn zum Jammern haben wir keinen Grund."