Viele Gratulanten klingelten am Sonnabend bei Margarete Brösel. Die älteste Oebisfelderin feierte im Kreise von Verwandten und Bekannten ihren 105. Geburtstag.

Oebisfelde l Ein wenig sprachlos zeigte sich Hans Walker, Landrat des Landkreises Börde, am Sonnabend schon. Schließlich konnte er Margarete Brösel zu ihrem bereits 105. Geburtstag gratulieren und erfuhr im Gespräch, dass die älteste Oebisfelderin keinerlei Tabletten nimmt und sich erst im vergangenen Jahr von ihrem zweiten Oberschenkelhalsbruch erholt hatte. "So alt zu werden - das muss man erstmal schaffen", kommentierte Walker und überbrachte der Jubilarin seine herzlichsten Glückwünsche sowie ein Geldgeschenk und Blumen.

Jubilarin stammt aus Wernigerode im Harz

Margarete Brösel lebt in ihrer eigenen Wohnung in der Erich-Weinert-Straße. Sie war die erste Bewohnerin, die damals in den Neubau einzog. Gepflegt wird die älteste Oebisfelderin von ihrer Schwägerin und engsten Vertrauten Elisabeth Neubauer. "Morgens um halb acht wecke ich sie, dann geht es ans Waschen", erzählt Elisabeth Neubauer, die selbst schon über 80 Jahre alt ist, über den gemeinsamen Tagesablauf. Täglich schaut sie mehrmals bei Margarete Brösel rein, hilft ihr im Haushalt, bei der Körperpflege und bei der Zubereitung der Mahlzeiten, ist jedoch viel mehr noch Freundin und Ansprechpartnerin in allen Belangen.

So öffnete Elisabeth Neubauer auch am Sonnabend den vielen Gratulanten die Tür, zu denen Nachbarn und die Familie zählten. Auch Silke Wolf, Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, und Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumlia Jacksch überbrachten Blumen und Umschläge.

Die Jubilarin wurde vor 105 Jahren in Wernigerode geboren und ging in Elbingerode zur Schule. Mit 16 Jahren zog sie nach Berlin und arbeitete als Hauswirtschafterin bei einer wohlhabenden Familie. Sie lernte ihren Mann Walter kennen, heiratete ihn und lebte mit ihm noch 19 Jahre in Berlin, bevor beide übergangsweise wieder in den Harz zogen. 1939 wurde Sohn Ernst geboren, der einige Jahre später jedoch leider nach einem tragischen Unfall verstarb.

Margarete Brösel und ihr Gatte Walter hatten stets schwer gearbeitet, um die kleine Familie zu ernähren. An die Feldarbeit und das Roden der Kartoffeln erinnert sich die Jubilarin noch heute lebhaft.

1953 zogen Margarete Brösel und ihr Ehemann nach Frankfurt am Main. Im Stadtteil Höchst leitete die Jubilarin die Filiale eines Reinigungsunternehmens. 1986 verstarb ihr Ehemann.

1994 holte der Bruder Margarete Brösel schließlich nach Oebisfelde. Nach seinem Tode übernahm seine Gattin Elisabeth Neubauer die Pflege von Margarete Brösel. Zwar hat die älteste Oebisfelderin selbst keine Kinder und Enkel. Die Kinder und Enkel ihrer Schwägerin betrachten sie allerdings herzlich als weitere Oma und besuchen sie nicht nur zu den Geburtstagen, sondern auch das ganze Jahr über.

Zwar plagen die Jubilarin Hör- und Sehprobleme. Doch durch den Kontakt mit der Familie wird Margarete Brösel der Alltag nicht langweilig. Sie prostete ihren Gästen an ihrem 105. Geburtstag mit einem Schlückchen Sekt zu.