Der Start des Neubaus des Sanitärtraktes im Stölpenbad war das wichtigste Projekt 2014 in der Gemeinde Beetzendorf. Gegenüber der Volksstimme zieht Bürgermeister Heinrich Schmauch eine positive Bilanz und blickt auf das letzte Jahr seiner Amtszeit voraus.

Beetzendorf l In einem halben Jahr ist endgültig Schluss. Dann legt Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch die Geschicke der Gemeinde in die Hände seines Nachfolgers, der am 22. Februar 2015 gewählt werden soll. Beim Blick auf das letzte volle Amtsjahr, das dieser Tage zu Ende geht, kommt noch einmal so etwas wie Stolz beim 70-Jährigen auf. Besonders wenn er an das 2013 generalsanierte Stölpenbad denkt. "Wir hatten die erste durchgehende Saison, die sehr zufriedenstellend verlaufen ist", freute sich Schmauch im Volksstimme-Gespräch. Rund 25000 Gäste konnten im Bad begrüßt werden, das sich zu einem Kommunikationszentrum entwickelt habe. "Ich habe selten so viele Menschen unterschiedlicher Altersstufen und Herkunftsorte im Stölpenbad gesehen wie in diesem Jahr", meinte der Ortschef. Das zeige, dass die Entscheidung des Rates, das Bad zu sanieren, zukunftsweisend gewesen sei. Im nächsten Jahr soll der Neubau des Sanitärtraktes im Bad abgeschlossen werden, der im Herbst begonnen hat.

Bahngelände bleibt ein Entwicklungshindernis

Positiv schätzt Heinrich Schmauch auch den Stand der verschiedenen Bodenordnungsverfahren ein, die in den Ortsteilen laufen. So seien entlang der Straße von Beetzendorf nach Tangeln Flächen für den späteren Bau eines Radweges in der Planung freigehalten worden, ebenso von Siedengrieben bis zur Apenburger Gemarkungsgrenze. Auch der Ausbau des Verbindungsweges von Hohentramm nach Poppau im Zuge des Verfahrens sei wichtig. Allerdings ist die Bodenordnung hier etwas ins Stocken geraten, da aus dem Bereich Stapen Eigentümer Widerspruch eingelegt haben. "Es wäre wirklich sehr schade, wenn das ganze Vorhaben scheitern würde", meinte Schmauch.

Ein Ärgernis ist für den Bürgermeister nach wie vor der Zustand des Bahngeländes, das Beetzendorf zerschneidet. Und das unabhängig von der Wiederaufnahme des Zugbetriebes zumindest für einen Tag, der vor einigen Wochen für Aufsehen sorgte. "Das Bahngelände ist ein Entwicklungshindernis für Beetzendorf, und dessen Zustand ist einfach nicht hinnehmbar", so Schmauch. Dieser Schandfleck mitten im Ort ärgere ihn massiv. An eine Zukunft der Strecke glaube er nicht. "Sie ist schließlich damals mangels Masse stillgelegt worden, und daran hat sich nichts geändert", ist sich der Ortschef sicher. Diejenigen, die am lautesten für die Bahn schreien, würden letztlich am wenigsten mit ihr fahren.

Eine Nachhaltigkeit des Bahnbetriebs könne er jedenfalls nicht erkennen. "Ich befürchte, dass nach einzelnen Zugfahrten an ausgewählten Wochenenden, so wie es geplant ist, die Strecke die übrige Zeit wieder in den Dornröschenschlaf fällt. Das kann es doch auch nicht sein", kritisierte der Bürgermeister.

Lindenstraße-Abschnitt wartet auf Sanierung

Mit dem Zustand der Infrastruktur in der Gemeinde könne man ganz zufrieden sein. Die meisten Straßen sind in Ordnung, eine der wenigen Ausnahmen ist neben der maroden Kreisstraße nach Tangeln (die in den nächsten Jahren auf der Prioritätenliste ganz oben steht) die Lindenstraße in Beetzendorf. Genauer gesagt der Abschnitt vom Bahnübergang bis zum Steinweg. "Wir müssen den Landesbaubetrieb überzeugen, hier endlich tätig zu werden", erklärte Heinrich Schmauch. Denn mittlerweile würden bereits die ersten sanierten Straßen Verschleißerscheinungen zeigen. "Ich denke da an den Steinweg, wo die Deckschicht erste Schäden aufweist, aber auch an einige Stellen in der Goethestraße", so Schmauch.

Positiv bewertet der Ortschef die Entwicklung von Caritas- und Seniorenheim in Beetzendorf, aber auch das Leben in den Ortsteilen. "Das Zusammenwachsen der einzelnen Dörfer zu einem großen Ganzen ist besser und harmonischer verlaufen, als ich mir das vorgestellt habe", lobte Heinrich Schmauch. Befürchtungen, das Leben in den Orten komme durch die Eingemeindung zum Erliegen, seien ad absurdum geführt worden. "Es gibt keinen Ortsteil, wo nicht die Bürger mit eigenen Vereinen Verantwortung für das gesellschaftliche Leben übernommen haben. So stelle ich mir das vor", freute sich Schmauch.

Oktoberfest hat sich als Besuchermagnet etabliert

Gefragt nach den größten positiven und negativen Erlebnissen im zu Ende gehenden Jahr kommt der Ortschef auf das Stölpenbad zurück. "Geärgert hat mich besonders, dass die Entscheidung zum Badumbau von einigen so mies gemacht und sogar als Steuerverschwendung bezeichnet wurde", erklärte Heinrich Schmach. Dabei sei hier für eine Million Euro etwas wirklich Nachhaltiges geschaffen worden. Dass die Bevölkerung das Bad so gut angenommen und damit "die Kritik jener, die die Investition in Frage gestellt haben, Lügen gestraft hat", freue ihn deshalb um so mehr.

Auch die Etablierung des Oktoberfestes als neuer Besuchermagnet in Beetzendorf gehört für Schmauch zu den Pluspunkten 2014. "Das ist ein Höhepunkt, zu dem man den Organisatoren nur gratulieren kann. Hier sieht man, was möglich ist, wenn Jung und Alt an einem Strang ziehen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen", lobte der Bürgermeister.

 

Bilder