Still ruht im wahrsten Sinne des Wortes der See, der die Wassertretstelle Schwiesau speist. Doch auch die Vorhaben vom Initiator, Ideengeber und Vorsitzenden des Freundeskreises Altmärkische Schweiz ruhen. Es gilt ein Baustopp am Naturidyll. Und daran ist der Initiator selbst mit schuld.

Schwiesau l Dass er vorgeprescht ist, das gibt Dr. Wilfried Schielke aus Klötze frank und frei zu. Doch diesen von Amts wegen nicht genehmigten Alleingang hätte er im Sinne und insbesondere zum Wohle der Natur und deren Freunden unternommen, erklärt der Vorsitzende des Freundeskreises Altmärkische Schweiz.

Das Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz des Altmarkkreises Salzwedel hat mit dem 17. September des vergangenen Jahres dem Freundeskreis mitgeteilt, dass weitere Arbeiten an der Sitzecke mit Tauchbecken am Schwiesauer Stausee zu unterbleiben haben. Insbesondere verweist das Amt darauf, "dass bereits mehrfach mündlich und darüber hinaus auch schriftlich darauf hingewiesen wurde, dass weitere Arbeiten zur Erstellung der Sitzecke und umliegenden Anlagen vor Erteilung der Genehmigungen nicht erfolgen dürfen". Das Amt hat aber eine Hintertür für sich und auch im Sinne des Freundeskreises offen gelassen. Denn, so ist es dem Schreiben zu entnehmen, "wird die weitere Verfahrensweise demnächst abschließend zu besprechen sein".

Diese gesamte Angelegenheit zieht sich wie ein Kaugummi, kritisiert Schielke. Seitdem die Wassertretstelle von uns eingeweiht wurde, hat sich dieses Fleckchen Natur zu einem beliebten Besuchermagneten entwickelt. "Hier wird sanfter Tourismus gelebt und die Natur behält ihren ursprünglichen Charakter", meint Schielke. Das trifft nach Schielkes Einschätzung auch auf die durch den Freundeskreis unternommenen Renaturierungsmaßnahmen des zu DDR-Zeiten als Forellenbach angelegten Teichs mit dem Abflussgraben zu. "Wir sind dort nach dem Zichtauer Vorbild vorgegangen. Haben für die Befestigung Granitblöcke statt Weidensträucher verwandt. Jetzt können Besucher dort im Sitzen die Natur genießen, was auf Weidengeflecht nicht möglich gewesen wäre", so Schielke.

Und der gegenüber aufgeschichtete Holzstapel ist dem Amt ebenfalls ein Dorn im Auge. Der als Windschutz für Nutzer nach Kneippschem Vorbild geschaffenen Wassertretstelle solle nicht in das Landschaftsbild passen, wundert es Schielke.

Ihn ärgert, dass die Naturwiesen in dem Landschaftsschutzgebiet verschwinden. Sie würden zugunsten landwirtschaftlich genutzter Anbaugebiete, nicht selten für Monokulturen, bis dicht an den Bach umgepflügt. Das widerspricht auch nach Auffassung vieler Mitglieder des Freundeskreises dem Naturschutz.

Der Freundeskreis stößt mit dem Geschaffenen bei der Stadt Klötze, dem Ortsbürgermeister von Schwiesau und auch beim Landrat auf Anerkennung, resümiert Vorsitzender Schielke. "Eigentlich liegen das Amt und wir der Sache wegen dicht beieinander. Es wäre schade, wenn es nun zu einem Rückbau kommen würde", so Befürchtungen des Naturfreundes und Heimatdichters.

Das Amt prüft derzeit noch die geschaffenen Tatsachen, so gestern die Auskunft aus Salzwedel.

   

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