Immekath l Für den Drömling soll ein Tourismus- und Vermarktungskonzept entwickelt werden. Dazu haben sich diverse Arbeitsgemeinschaften (AG) gebildet. Am Dienstag traf sich die AG "Gastronomie und Vermarktung regionaler Produkte" in Immekath. Die Leitung oblag Sonja Licht. "Ich stamme selber aus der Gegend. Deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen, gemeinsam etwas zu bewegen", sagte sie.

Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen dürfte das aber nicht so einfach sein, gab Sonja Licht zu. So gebe es im Vergleich zu anderen Regionen rund um den Drömling relativ wenige Übernachtungen. Jedoch sei durchaus ein Markt vorhanden, "der perspektivisch mehr ausgeschöpft werden sollte", wie Sonja Licht meinte. Auch dafür sei aber ein attraktives gastronomisches Angebot erforderlich. Derzeit sei das eher nicht der Fall.

Immerhin: Der Drömling biete Chancen. So könnten heimische Produkte verarbeitet und angepriesen werden, sei es nun Honig, Säfte oder Spargel, entweder in Form eines Essens oder in einem Präsentkorb. Von den Teilnehmern dieses Treffens wollte Sonja Licht nun deren Ziele in Erfahrung bringen.

Martina Herzog-Witten berichtete, dass sie mit ihrer Familie in Trippigleben einen Biohof betreibe und vorhabe, eine Obstwiese anzulegen, wo Besucher die Früchte selbst pflücken, vor Ort verarbeiten lassen und dann mit nach Hause nehmen können. Ihr Vorschlag: Caravanstellplätze in den anrainenden Dörfern mit Anschlüssen für Strom und Wasser.

Christel Zeitz, die in dritter Generation den Gasthof Zu den Linden in Immekath führt, regte an, dass die Gastronomen künftig besser zusammenarbeiten sollten, beispielsweise in punkto Öffnungszeiten. Ihre Idee: Ein Drömlingsteller, der auf allen Speisekarten steht.

Sabine Wieter von der Naturparkverwaltung schwebt vor, die rund um Oebisfelde so erfolgreichen Angebote, wie Spargelwanderungen oder Gänsebeobachtungen, auch auf den nördlichen Bereich des Drömlings auszudehnen, wenngleich das personell schwer sei. Die Lösung könnten ehrenamtliche Gästeführer sein.

Indes sprach Konrad Kluge, der vor einigen Jahren das Landhaus Birkenmoor in Neuferchau übernommen hat, Klartext. Er brachte zum Ausdruck, dass er von Konzepten im Grunde nicht viel halte. Das habe es alles schon mal gegeben. Ohne Erfolg. Zudem setze er lieber auf Hotel-, statt auf Tagesgäste, da es wirtschaftlich unvernünftig sei, ganztägig geöffnet zu haben, mit der ungewissen Aussicht, dass vielleicht irgendwann mal jemand einen Kaffee trinken möchte. "Damit mache ich keinen Umsatz." Des Weiteren zweifelte Konrad Kluge das touristische Potential des Drömlings an. Es mangele schlichtweg an "Highlights". Darüber hinaus vermisse er die Unterstützung durch die Behörden. Ferner sei die hiesige Bevölkerung gar nicht auf den Tourismus eingestellt. Insbesondere abends würden die Orte absolut trist erscheinen. "Wer seine Fenster und Türen zumacht und Auswärtigen damit das Gefühl gibt, nicht willkommen zu sein", der könne nicht gleichzeitig darauf bauen, dass sich in Sachen Fremdenverkehr was rühre, gab Konrad Kluge zu bedenken.

Zwischen Pessimismus und Optimismus wankte Jürgen Meyer-Roschau, Biolandwirt aus Jahrstedt. Er sagte: "Jede Ecke in Deutschland behauptet von sich, dass sie schön ist. Wir haben hier keine Berge und kein Meer, aber wir haben Ruhe und Natur." Dies gelte es auszunutzen. Jürgen Meyer-Roschau äußerte die Hoffnung, dass im Zuge des Tourismuskonzeptes vielleicht eine Fachperson eingestellt wird, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert und den Drömling bekannter macht, etwa in Form von professionell gestalteten Broschüren oder einer Internetseite. Schließlich, darin waren sich alle Anwesenden einig, sei Werbung das A und O.

Als Nächstes trifft sich die AG Kommunikation, Werbung und PR, und zwar am Mittwoch, 21. Januar, von 16 bis 18 Uhr im Kunrauer Schloss. An gleicher Stelle kommt von 19 bis 21 Uhr die AG Rund ums Pferd zusammen.