Rätzlingen l Der bislang unbeschrankte, mit einer Lichtsignalanlage versehene Bahnübergang der Strecke Oebisfelde - Magdeburg auf dem Rätzlinger Drömlingsweg soll nach Planung der Deutschen Bahn nicht mehr durchgängig zu nutzen sein. Vorgesehen sei dort, eine Schrankenanlage zu errichten, die dann von Ende Oktober bis Ende März von 8 bis 16 Uhr, von Ende März bis 31. August von 7 bis 20 Uhr sowie vom 1. September bis Ende Oktober von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist. Über die Gründe der zeitweisen möglichen Sperrung diskutierten die Mitglieder des Ordnungsausschusses während ihrer vergangenen Sitzung.

In einem Schreiben der Bahn an das Oebisfelder Ordnungsamt informierte eine Bahn-Mitarbeiterin, dass die Schrankenanlage von einem Wärter des Stellwerkes, das sich zirka 500 Meter entfernt vom erwähnten Bahnübergang am Rätzlinger Bahnhof befindet, bedient werde. Allerdings könne der Wärter den Übergang bei Dunkelheit nicht ausreichend einsehen. Aufgrund dessen schlug die Bahn "zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eine Einschränkung der Nutzung des Bahnübergangs für die Verkehrsteilnehmer" vor.

Die Ausschussmitglieder sahen das anders. Sie hatten ebenfalls die Verkehrsteilnehmer in Blick. Die würden sich vor allem aus Landwirten zusammensetzen. Die hätten dort Flächen zu bewirtschaften und Vieh zu versorgen. Eine eingeschränkte Nutzung des Bahnübergangs sei ihnen nicht zuzumuten. "Ich stimme daher gegen den Vorschlag der Bahn", sagte CDU-Stadtrat Manfred Wesche aus Etingen.

Hannelore Pieper, Mitarbeiterin des Ordnungsamtes, gab hingegen zu bedenken, dass auch Radfahrer, die durch den Drömling touren, betroffen seien: "Wenn die Anlage geschlossen ist, dürften sie offiziell nicht weiterfahren." Vorhanden sei aber noch ein anderer Weg, der zu den Flächen am Übergang führe, doch dann müssten die Landwirte einen nicht gerade kurzen Umweg akzeptieren.