52 Paare haben sich 2014 in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf das Ja-Wort gegeben. Das ist ein Rückgang von elf Trauungen gegenüber dem Rekordergebnis von 2013.

Beetzendorf/Diesdorf l Der große Hochzeitsboom, der in den vergangenen Jahren die Zahl der Eheschließungen in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf auf neue Rekordwerte ansteigen ließ, ist offenbar vorbei. Nachdem es seit 2011 für die beiden Standesbeamtinnen Ilona Giese in Beetzendorf und Simone Gade in Diesdorf von Jahr zu Jahr mehr zu tun gab und 2013 der Rekordstand von 63 Trauungen erreicht wurde, sank die Zahl im vergangenen Jahr erstmals wieder auf 52. So wenig Paare gaben sich nur 2011 in der ein Jahr zuvor neu gebildeten VG das Ja-Wort. Und fast wurde sogar noch ein neuer Negativrekord erreicht, wenn nicht noch kurz vor Jahresschluss ein Brautpaar dazugekommen wäre.

Nach der Fertigstellung des neuen Bürgerzentrums und dem Umbau des Verwaltungsgebäudes im Beetzendorfer Marschweg konnte dort erstmals seit 2011 wieder das ganze Jahr über der Bund fürs Leben geschlossen werden. Immerhin 28 Paare machten davon Gebrauch. Fünf mehr als vor vier Jahren, als es vergleichbare Trauzahlen gab. 24 Paare zogen das Diesdorfer Standesamt vor, davon suchten sich immerhin neun das Freilichtmuseum als Ort für den schönsten Tag im Leben aus. Das bedeutet einen Einbruch, denn in den Jahren zuvor waren es regelmäßig 20 und mehr Brautpaare, die auf dem historischen Gelände die Ringe tauschten.

Weitere zwölf Paare vollzogen ihre Eheanmeldung im Standesamt der VG, heirateten aber an anderen Orten. Salzwedel, das Schloss Kunrau, Hamburg, aber auch Orte an der Nord- und Ostsee standen in der Beliebtheitsskala weit oben.

Zwei Kriegssterbefälle konnten geklärt werden

48 Ehepaare wählten einen gemeinsamen Ehenamen, wobei die klassische Variante, sich auf den Namen des Mannes zu einigen, mit 40 eindeutig vorn lag. Acht Paare wählten den Namen der Frau, vier gaben keine gemeinsame Namenserklärung ab und behielten jeder ihren Namen. Sechs Paare dürfen zudem künftig mit Doppelnamen unterschreiben.

Außer den Eheschließungen hatten die beiden Standesbeamten aber auch Geburten und Sterbefälle zu beurkunden. Letztere sanken im vergangenen Jahr um 14 auf nunmehr 72. Nur 2012 lag die Zahl mit 69 niedriger. "Darunter sind auch zwei Kriegssterbefälle", berichtete Ilona Giese. Dabei handelt es sich um im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde, die bisher als vermisst galten und deren Schicksal jetzt aufgeklärt wurde.

Zuständig ist die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (ehemalige Wehrmachtauskunftsstelle) in Berlin. Dort wird aufgrund von Suchanfragen, die Familienangehörige stellen, versucht, Vermisstenschicksale aufzuklären. Gelingt dies, wird eine Kriegssterbefallanzeige ausgestellt, die an das Standesamt geschickt wird, das für den letzten Wohnort des Gefallenen zuständig ist. "Dann kann ich den Sterbefall beurkunden. Dass die Angehörigen für sich eine Sterbeurkunde ausgestellt haben wollen, kommt allerdings eher selten vor. Meist reicht es ihnen, Gewissheit zu haben, was aus ihrem Familienmitglied geworden ist", erklärte Ilona Giese.

Wenig Arbeit haben die Standesbeamten mit der Beurkundung von Geburten. Das liegt daran, dass die meisten Kinder heute in den Kliniken in Salzwedel oder Gardelegen auf die Welt gebracht werden und nur in seltenen Fällen zuhause. Doch immerhin einmal war dies im vergangenen Jahr der Fall, ein Mädchen erblickte in der VG per Hausgeburt das Licht der Welt. Die Geburt zweier weiterer Mädchen im Ausland mussten die Standesbeamten nachbeurkunden.

Zahl der Kirchenaustritte erreicht mit 63 Rekordwert

Konstant blieb 2014 die Zahl der Erstellung von Vaterschaftsanerkennungen. Wie im Vorjahr mussten die VG-Mitarbeiter insgesamt 15 Mal tätig werden. Dafür ist die Zahl der Kirchenaustritte, die ebenfalls von den Standesbeamten beurkundet werden, weiter ansteigend. 63 Frauen und Männer aus der VG wandten sich im vergangenen Jahr offiziell von der Institution Kirche ab, 17 mehr als 2013 und damit der höchste Stand seit Bildung der Verbandsgemeinde.

Nachträgliche Namensbestimmungen von Ehegatten und Kindern hatten die Standesbeamten im vergangenen Jahr 35 auf den Tisch. Das bedeutet einen Anstieg um 20 gegenüber dem Vorjahr und ebenfalls einen Höchststand.

Schiedsstelle musste 22 Mal tätig werden

Etwas mehr zu tun hatte 2014 auch die Schiedsstelle der Verbandsgemeinde. Neun Schlichtungsverfahren mussten vorgenommen werden, 2013 und 2012 waren es gerade mal jeweils zwei. "Fünf davon konnten mit einem Vergleich abgeschlossen werden, in vier Fällen war allerdings keine Einigung möglich", berichtete Ilona Giese, die auch als Schiedsfrau tätig ist. Hinzu kommen 13 sogenannte Tür- und Angelfälle (2013: 9), die ohne ein förmliches Verfahren nach Beratung der Streitenden beigelegt werden konnten.