Die ersten Monate im Amt liegen nun hinter der Oebisfelder Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch. In dieser Zeit ist schon einiges passiert, wie sie sagt.

Oebisfelde l Es ist eine sehr arbeitsintensive Zeit in ihrem neuen Amt gewesen, berichtet Bogumila Jacksch. Im Juli des vergangenen Jahres wurde Jacksch von den Oebisfelder Ortschaftsräten zur neuen Ortsbürgermeisterin gewählt - sie entschieden sich damals einstimmig für die Lockstedterin. "Ich hatte mich wirklich sehr gefreut, dass man mir so viel Vertrauen geschenkt hat", blickt Jacksch auf ihre Wahl zurück. Wirklich neu war das Amt für sie aber nicht. "Dadurch, dass ich schon ein Jahr lang stellvertretende Ortsbürgermeisterin war, wusste ich bereits, worauf ich mich einlasse", sagt Jacksch. Erfahrungen hatte sie auch schon als Mitglied des Ortschaftsrates gesammelt.

Als Ortsbürgermeisterin sieht sich Jacksch nun als Ansprechpartnerin für alle Oebisfelder. Aus diesem Grund hat sie eine Sprechstunde eingeführt, in der sie sich Zeit für die Anliegen der Bürger nimmt. An jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat besteht dazu im Rathaus die Möglichkeit. Doch wer mit der Ortsbürgermeisterin sprechen will, könne dies auch an jedem anderen Tag tun. "Dadurch, dass ich in meinem eigenen Geschäft arbeite, kommen auch viele Leute hierher, um mit mir zu reden. Für manche ist die Hemmschwelle ins Rathaus zu gehen wohl zu groß", sagt Jacksch.

"Die Menschen sind unzufrieden mit der Dunkelheit."

Ein Thema, das an die Ortsbürgermeisterin in diesen Gesprächen immer wieder herangetragen wurde, ist das Problem mit der Straßenbeleuchtung in Oebisfelde. "Die Menschen sind einfach unzufrieden mit der Dunkelheit. Ich kann das gut nachvollziehen. Manchmal gehe ich durch den Ort und sehe dabei, dass jede zweite Laterne aus ist", sagt Bogumila Jacksch. Ältere Oebisfelder würden sich nicht mehr zum Arzt trauen, für Kinder sei es nicht ungefährlich zum Training zu gehen. "Wer nur mit dem Auto zum Einkaufen nach Oebisfelde fährt, bemerkt die Dunkelheit vielleicht gar nicht so sehr", so Jacksch.

Zwar hatte sich der Stadtrat schon dafür entschieden, wieder jede Straßenlaterne in Oebisfelde-Weferlingen einzuschalten (Volksstimme berichtete). Gegen diesen Beschluss legte Bürgermeisterin Silke Wolf aber Widerspruch ein. Sie begründete ihre Entscheidung mit den hohen Kosten, die dann auf die Stadt zukommen würden. Am kommenden Dienstag wird sich der Rat nun noch einmal mit dem Thema beschäftigen. "Ich werde noch einmal alles durchargumentieren und versuchen, dass die Mitglieder, die schon einmal für die Einschaltung der Laternen mit Ja gestimmt haben, dies jetzt auch wieder tun", so Bogumila Jacksch. Ihre Rolle als Ortsbürgermeisterin wolle sie ernst nehmen: "Das Vertrauen, das die Leute in mich setzen, will ich nicht missbrauchen."

"Je mehr ich erfahre, umso mehr kann ich bewegen."

Zu den Aufgaben, die Bogumila Jacksch in den ersten Monaten ihrer Amtszeit übernommen hat, gehörte unter anderem die Freigabe der Magdeburger Straße nach der Sanierung. "Bis dahin gab es durch die Bauarbeiten ein ziemliches Chaos in der Stadt", erinnert sich Jacksch und ergänzt: "Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als die Arbeiten endlich beendet waren." Gern erinnert sie sich auch an das Erleuchten des Tannenbaumes an der Büstedter Brücke Ende November, das in Erinnerung an die Grenzöffnung vor 25 Jahren stand. "Es war eine wirklich sehr ergreifende Veranstaltung. Man kann sich wirklich nicht mehr vorstellen, dass es mal eine Grenze gab."

Für ihre weitere Amtszeit hat sich Bogumila Jacksch ein Ziel gesetzt: Die Bürger von Oebisfelde sollen zufriedener werden. Um das zu erreichen ist es ihr wichtig, sich den Problemen der Menschen anzunehmen und ihnen zuzuhören, wenn sie das Gespräch suchen. "Je mehr ich erfahre, umso mehr kann ich bewegen. Ich versuche das Problem immer mit den Augen der Bürger zu sehen."

Wie viele Stunden sie tatsächlich für ihr Amt als Ortsbürgermeisterin aufwendet, hat Bogumila Jacksch noch nicht nachgezählt. "Es sind sehr viele Stunden, aber das ist halt so", erklärt sie und ergänzt: "Ich habe Spaß daran und es ist wie eine Art Hobby für mich. Es ist eine sehr schöne Aufgabe."