Wo Medikamente versagen, kann vielleicht Mutter Natur helfen. Der Imkerverein Klötze und Umgebung eröffnete am gestrigen Donnerstag eine Ausstellung über Propolis, das Bienenwachs mit antibiotischer Wirkung. Der harzige Kitt enthält indes viele heilende Substanzen.

Klötze l Ein Bienenstock birgt für Laien zahlreiche Geheimnisse. Neben der Funktionsweise des Staates gehört dazu die gesundheitsfördernde Wirkung von Honig sowie anderer Produkte der Immen wie Gelee Royal und Propolis. Letzterem haben die Imker des Klötzer Vereins eine komplette Ausstellung gewidmet, die gestern in der Filiale der Sparkasse Altmark West eröffnet worden ist.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann, der zusammen mit Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt bei der Eröffnung dabei war, kennt den Einsatz von Naturheilmitteln aus dem Familienkreis. "Da ist viel mit Tee gemacht worden", berichtete er. Neu war für ihn das Propolis.

Das Bienenwachs wird in der Naturheilkunde gegen vielerlei Wehwehchen eingesetzt. Die Ausstellung zeigt Beispiele: gegen Nervosität, Erkältung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch zuviel Essen und Bewegungsmangel, Hauterkrankungen, Verbrennungen, Magen-Darm- sowie Zahnproblemen. Allerdings sind die Forschungen dazu längst nicht abgeschlossen, schränkte Imker Uwe Przybilla ein.

Matthias Mann hat beobachtet, die alten Hausmittel würden viel zu wenig beachtet. Aber immer mehr Menschen kehren dahin zurück und verzichten stattdessen auf teure Medizin. "Der eigene Garten ist ihnen näher als die Apotheke", verglich er. Und: "Man muss im Kopf bereit sein, sich mit solchen Naturheilmitteln kurieren zu wollen", betonte Matthias Mann.

Schautafeln ziehen Aufmerksamkeit auf sich

Noch während der Eröffnung sahen sich Sparkassen-Kunden interessiert die Schautafeln an. Matthias Mann hob deshalb auch die wichtige Aufgabe hervor, mit solchen Veranstaltungen die Menschen zu informieren.

Überhaupt seien die Imker sehr aktiv. "Die Zusammenarbeit mit den Schulen, Engagement für die Natur, Schulgarten, Imker-Pfad an der Orchideenwiese hinter dem Waldbad", nannte er Beispiele.

Doch zurück zum Propolis. Ulrich Koppe, ebenfalls Imker, erläuterte: "Wo 100000 Bienen im Stock sind, da kommen keine Krankheiten auf." Die Insekten würden das Bienenwachs zielgerichtet von den Knospen aufnehmen und damit Fremdkörper einkapseln sowie Risse und Ritzen in ihrem Bienenstock abdichten.

Laut Uwe Przybilla desinfizieren die Bienen damit ihre Behausung auch. Weil die Zusammensetzung des Wachses je nach Blütenangebot ständig variiere, trete bei der Behandlung des Menschen kein Gewöhnungseffekt auf.

Nicht ohne Gespräch mit einem Arzt anwenden

Er selbst nimmt Propolis jeden Tag zu sich. Als Imker hat er dazu die Möglichkeit, denn er kann das Wachs in seinen Bienenbehausungen sammeln. Doch über den Eigenbedarf geht das nicht hinaus. Der Grund dafür ist plausibel: Propolis zu gewinnen, ist sehr mühsam, die gesammelten Mengen sind nicht sehr groß. Der Aufwand steht deshalb in keinem Verhältnis zu dem möglichen Erlös, den ein Imker mit dem Verkauf von Propolis erzielen könnte. "Sämtliche Propolismittel, die es in Apotheken und Märkten zu kaufen gibt, stammen deshalb aus ausländischer Produktion", erklärte Uwe Przybilla. Er rät jedoch allen Interessenten: "Niemand sollte Propolis ohne ärztlichen Rat anwenden."