Ein wenig liegen die Arbeiten am Neubau des Sanitärtraktes im Beetzendorfer Stölpenbad im Zeitplan zurück. Doch die Gemeinde ist weiter zuversichtlich, dass alles pünktlich zum Beginn der Badesaison fertig ist.

Beetzendorf l Nicht immer herrscht Betrieb auf der Baustelle im Beetzendorfer Stölpenbad. Als beispielsweise vor einigen Tagen Innenminister Holger Stahlknecht auf Stippvisite vorbeikam, war keiner der Arbeiter der mit dem Neubau des Sanitärtraktes beauftragten Haldenslebener Firma zu sehen. "Das liegt wohl an den Temperaturen", verwies Planer Bert Schulze auf die derzeit etwas ungünstigen Baubedingungen. Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch würde sich dennoch wünschen, dass sich die Leerphasen in Grenzen halten und vor allem das Dach endlich auf den Rohbau aufgesetzt wird. "Wir liegen nämlich im Zeitplan schon etwas zurück", meinte er.

Schon in der zweiten Kalenderwoche sollten eigentlich die Tischler mit ihrer Arbeit beginnen und Fenster sowie Türen einbauen. Doch bisher konnte dies noch nicht erfolgen. Dennoch sind Planer und Bürgermeister weiter zuversichtlich, den Zeitverzug aufholen und den Fertigstellungstermin einhalten zu können. Bis zum Beginn der neuen Badesaison im Mai sollen die Besucher komplett neue Sanitär- und Umkleideräume vorfinden. "Der historische Charakter des Badehauses wird dabei beibehalten, um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen", erläuterte Bert Schulze. Deshalb habe man ähnlich wie beim in den 1930er Jahren errichteten, inzwischen abgerissenen Vorgängerbau, wieder einen kleinen Laubengang vorgeschaltet.

Zirka 320000 Euro Fördermittel erhält die Gemeinde Beetzendorf für das Projekt vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark. Im Ergebnis werden die Sanitär- und Umkleideräume dann auch barrierefrei erreichbar sein. "Darauf legen wir in unserem Ort besonders Wert, da wir das Caritas-Heim und das Seniorenheim bei uns haben", so Heinrich Schmauch.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Gemeinde eine Million Euro im Stölpenbad investiert und damit das Becken aus dem Jahr 1932 und den Außenbereich komplett erneuert. Besondere Attraktion war der Anschluss an die Wärmeleitung der benachbarten Biogasanlage, mit der das Wasser auf 28 bis 33 Grad erwärmt werden kann. Mit der Folge, dass Besucher auch aus entfernteren Orten nach Beetzendorf zum Baden kommen.

"Dass die Resonanz so groß ist, hätte ich mir nie träumen lassen, aber ich freue mich darüber", meinte der Bürgermeister, der darauf verwies, dass man inzwischen in Klötze, Kunrau und Apenburg über einen Wärmeanschluss für die Bäder nachdenke. Auch künftig strebe man kein Spaß- oder Luxusbad an, sondern "ein Familienbad, wo Mutter und Vater oder Oma und Opa mit den Kindern und Enkeln zu erschwinglichen Preisen schwimmen können".