Vor rund einem Jahr begann im Drömling das Biomasse-Projekt. Ziel ist es, Pflanzen an Gräben, Straßen und anderswo energetisch zu verwerten. Doch das Vorhaben kämpfte von Beginn an mit Anlaufschwierigkeiten. Der neue Leiter Ralf Winterberg möchte das Projekt jetzt forcieren.

Klötze l "Der Drömling steht ganz oben auf meiner Liste, weil sich das Biomasse-Projekt nur sehr langsam entwickelt." Das sagt Ralf Winterberg, der das Projekt seit Herbst des vergangenen Jahres leitet.

Doch woran haperte es bisher? "Wir haben viele Gespräche in der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe geführt", berichtet der Projektleiter. Dabei sei festgestellt worden, dass es ein ähnlich gelagertes Projekt wie im Drömling auch in Mecklenburg-Vorpommern gebe. Darin involviert sind auch Wissenschaftler der Universität Greifswald. Es kam zwar zur Kontaktaufnahme und zu Verhandlungen, aber nicht zu einem Abschluss, nennt Ralf Winterberg einen Grund für die Startschwierigkeiten.

"Wir haben die Gespräche deshalb zunächst deutlich intensiviert", sagt Ralf Winterberg. Bei einem weiteren Treffen mit Vertretern der Universität Greifswald in den nächsten Wochen sollen nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ziel sei es, die beiden Projekte zu verknüpfen. Kooperationspartner wird dann die "Bioenergieregion Mecklenburger Seenplatte". Der Versuch einer Niedermoornutzung soll damit im Drömling seine Fortsetzung finden.

Entscheidung fällt zwischen zwei Modellen

Getestet werden muss dafür, welche Technik sich auf den weichen Flächen eignet. Entschieden werden soll zudem, welches Modell das geeignetere für den Naturpark ist. "Entweder das Gras wird spät geerntet, wenn es schon verholzt ist, oder es wird frisch geerntet und in Biogasanlagen gegeben", erläutert Ralf Winterberg. "Wahrscheinlich praktizieren wir die zweite Methode, weil es für das verholzte Gras hier keine Verbrennungsanlage gibt."

Zudem müssen Genehmigungen eingeholt und eventuell Ausschreibungen für Arbeiten auf den Weg gebracht werden. Möglicherweise könne schon der Aufwuchs 2015 verwendet werden. "Dafür gehe ich von einem Start im Juni aus", stellt Ralf Winterberg in Aussicht.

Als Ziel des Projekts gelte weiterhin eine naturverträgliche Nutzung von Pflanzenmaterial aus dem Drömling. "Neu ist das Abstimmen mit dem Mecklenburger Projekt, das bereits im Frühjahr beendet wird", zieht Ralf Winterberg eine Zwischenbilanz.

Doch auch für das Drömlingsprojekt drängt die Zeit: Das Programm des Bundeslandwirtschaftsministeriums und die 2. Förderphase enden am 31. Juli 2015. Schon für den 16. und 17. Juni ist in Berlin eine Konferenz geplant, bei der die Fachagentur Ergebnisse des Projekts vorstellen will.

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