Nahezu in jedem Jahr besucht Landrat Michael Ziche die Forstausbildungsstätte im Zartau bei Klötze. Am gestrigen Freitag wollte er sich über die Situation in der Forstwirtschaft sowie der Auszubildenden informieren.

Klötze l Der Lärm von Motorsägen hallte über den Platz, als Michael Ziche sich zu den Auszubildenden gesellte. Sie trainierten für einen Vorausscheid zum Berufswettbewerb nächste Woche in Altengrabow. Für den Landrat war es ein wichtiges Treffen, "weil die Ausbildungsstätte regelmäßig auf den Berufsbildungsmessen vertreten ist und die Forstarbeit ein interessanter Berufszweig ist", begründete er. Zudem sei die Forstwirtschaft für den Altmarkkreis mit einem Anteil von 30 Prozent Wald an der Gesamtfläche ein wichtiger Bestandteil. "Seit einigen Jahren ist der Kreis zuständig für Aufforstung und Waldumwandlung", erläuterte Ziche im Gespräch mit Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes. "Hier im Zartau findet viel Naturschutz statt. Deshalb haben wir ein originäres Interesse daran, dass die Ausbildungsstätte erhalten bleibt."

Die Ausbildung hier dürfe nicht unter die Räder kommen, weil das Land sich mit Entwicklungskonzepten konsolidiert, betonte Michael Ziche.

Die wirtschaftliche Funktion nicht vergessen

Für Helmut Jachalke ist es wichtig, bei allen Diskussionen die wirtschaftliche Funktion des Waldes im Auge zu behalten. "Wir bekommen oft von Naturschützern Knüppel zwischen die Beine geworfen", ging Helmut Jachalke ins Detail. Ein Beispiel: "Die Naturschützer möchten am liebsten keine Douglasien in unseren Wäldern haben. Wir setzen weiter auf die Douglasie, weil sie leistungsfähiger und besser an die Klimaveränderungen angepasst ist", erklärte der Forstamtsleiter.

Der Stamm einer kürzlich gefällten Douglasie habe neun Festmeter Nutzholz gebracht, berichtete Jachalke. Der Baum war 118 Jahre alt und hatte einen Stammdurchmesser von mehr als 70 Zentimetern. Einen Erlös von 120 Euro bringt ein Festmeter Douglasie. Ein Kiefernstamm schafft es nur auf einen Durchmesser von zirka 45 Zentimeter, rund 1,5 Festmeter Nutzholz und einen durchschnittlichen Erlös von 70 Euro je Festmeter. Gesetze würden teilweise Dinge verlangen, "die nicht akzeptabel und grenzwertig sind", sagte Helmut Jachalke.

Michael Ziche erkundigte sich auch nach dem Abarbeitungsstand der Schäden durch Eisbruch im Jahr 2010. Damals sind die Wälder der Region stark geschädigt worden. Doch da konnte Helmut Jachalke beruhigen: "Im Privatwald sind 98 Prozent der Schäden aufgearbeitet, die Wiederbewaldung ist größtenteils passiert."

Der Kreis gehe laut Michael Ziche moderat mit den betroffenen Waldbesitzern um, weil es sich bei dem Eisbruch um ein Naturereignis handeln würde, für das sie nichts können.

Nach dem Gespräch gab es Suppe für alle

Im Anschluss sahen sich die Gäste an, wie Henrik Schlieder, Azubi im 2. Lehrjahr, einen Kombinationsschnitt an einem Stamm ausführte. Ein Element des Berufswettbewerbs. Immer mit dabei die Ausbilder Roland Schuppe und Stephan Miehe.

Bei einem Gespräch im warmen Ausbildungsraum erfuhr Michael Ziche von Roland Schuppe, dass die Perspektiven für die Auszubildenden "gut aussehen, besonders im privaten Bereich", erläuterte er. Es gebe im Land sogar Überlegungen, weitere Forstarbeiter für die Schädlingsbekämpfung in Laubwäldern einzustellen. Denn gegen den asiatischen Laubholzbockkäfer helfe nur eine Totalabholzung.

Sehr zur Freude der Azubis hatte Michael Ziche einen großen Thermobehälter voller Erbsensuppe und Bockwürste mitgebracht.

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