Die ehemalige Schwimmmeisterwohnung im Stölpenbad soll soweit instandgesetzt werden, dass sie bei Bedarf in kurzer Zeit bezugsfertig gemacht werden kann. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Donnerstag.

Beetzendorf l Dass an der ehemaligen Schwimmmeisterwohnung im Stölpenbad etwas gemacht werden muss, stand für Beetzendorfs Ortschef Heinrich Schmauch am Donnerstagabend im Rat außer Frage. "Wir können sie nicht abreißen, dann verliert das gesamte Ensemble seinen Charakter, den wir ja im Rahmen der Sanierungsarbeiten eigentlich erhalten wollen", erklärte er. Zudem sei das Wohnhaus zu zwei Dritteln unterkellert, dort unten befindet sich die Pumpenanlage des Bades. Und auch für den Fall, dass sich in Zukunft einmal Badpersonal findet, das vor Ort eine Bleibe benötigt, müsse man gewappnet sein. "Die Außenhülle ist schön, doch innen fällt alles zusammen. Wir können das Gebäude nicht einfach vergammeln lassen", meinte Schmauch.

Vorgestellt wurden deshalb von Bauamtsmitarbeiterin Pauline Schmidt zwei Planungsvarianten. Zum einen die bezugsfertige Wiederherstellung des Gebäudes. Diese beinhaltet die Umrüstung der technischen Ausstattung, die Erneuerung von Türen, Fenster, Fußboden, Heizungs- und Elektroanlage sowie die energetische Sanierung. "Die obere Geschossdecke müsste gedämmt und auf 2,60 Meter abgehängt werden", erklärte Schmidt. In den Wohnraum würde eine Küche integriert, die mit Bodenfliesen versehen wird. Der restliche Raum erhielte Kautschukbelag. Zudem entstünden ein Schlafraum sowie ein Bad mit WC. "Die Glasbausteine an der Außenwand müssten entfernt werden, so dass eine einheitliche Front zum Sanitärtrakt entsteht", so die Bauamtsmitarbeiterin.

Entscheide man sich für eine dezentrale Trinkwassererwärmung, etwa über Durchlauferhitzer, lägen die geschätzten Gesamtkosten bei 50600 Euro. Beim zentralen Trinkwasseranschluss würden noch einmal 3600 Euro hinzukommen.

Geschätzte Kosten betragen 28000 Euro

Weitaus preisgünstiger gestaltet sich die zweite Variante, für die der Bürgermeister plädierte. Bei dieser würden die Fußboden-, Maler-, Sanitär- und Fliesenlegerarbeiten wegfallen, aber zumindest Wasseranschluss gelegt und Elektrik sowie Heizung erneuert. "Damit die Wohnung frostsicher ist", betonte Pauline Schmidt. Die Kosten würden sich nach ihrer Schätzung auf zirka 28000 Euro belaufen. "Dann wäre die Wohnung winterfest, und man könnte sie bei Bedarf innerhalb von vier bis sechs Wochen bezugsfertig machen", warb Heinrich Schmauch um Zustimmung für diese Lösung. Das sei allemal besser, als die Wohnung komplett fertigzustellen und dann auf längere Zeit ungenutzt zu lassen.

Dem folgte der Rat bei einer Gegenstimme von Martin Tessmer (Wählergemeinschaft Mellin). Dirk Frenzel (Energiewende) sprach von einer "vernünftigen Lösung", da man ja auch nicht wisse, ob das Gebäude jemals als Wohnung benötigt wird. "Wenn sich jemand dafür interessiert, hätte er somit auch noch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, das finde ich gut", meinte er.