Kunrau l Die Ortsgruppe Kunrau im Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) steht vor einem neuen Problem: Die Investoren der geplanten Schweinemastanlage nahe Kunrau haben einen Antrag auf Klageabweisung beim Verwaltungsgericht Magdeburg eingereicht.

Wie Sprecher Günter Zogbaum im Verlauf der Sitzung des Kunrauer Ortschaftsrats am Montag informierte, hat die Investorengruppe aus Bad Bentheim ein 40-seitiges Schreiben mit Begründung vorgelegt.

"Dieses Schreiben umfasst zwar 40 Seiten, die allerdings beinhalten nur alte, bekannte und widerlegbare Argumente", so Zogbaum. Aktuell hat die Ortsgruppe bereits reagiert. Der anwaltliche Beistand erarbeitet eine Erwiderung, die detailliert die angebliche Beweislast entkräften soll.

In diesem Zusammenhang dankte Zogbaum insbesondere dem Sportverein Kunrau, dem Ortschaftsrat und zahlreichen Privatleuten. Sie stärkten der BUND-Ortsgruppe nicht nur den Rücken, sondern ermöglichen es insbesondere durch finanzielle Spenden, dass der gerichtliche Marathon durchgestanden werden kann.

Als der Realität entrückt, sieht Zogbaum die neue Argumentation seitens des Landesverwaltungsamtes, das behauptet, es existieren keine ausreichenden Untersuchungen von gesundheitsgefährdeten Bioaerosolen. "Das ist schlicht falsch und das Landesverwaltungsamt weiß darüber", so Zogbaum. Er selbst hat mit Experten des Robert-Koch-Instituts in Berlin gesprochen. Nicht nur dort wird die Meinung vertreten, dass die in der Luft schwebenden Mikroorganismen explosionsartig auf dem Vormarsch sind. Diese Mikroben werden als Träger vieler Krankheiten angesehen (die Redaktion). Eine Entscheidung über die Zulassung der Klage der Kunrauer BUND-Gruppe vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes steht weiterhin aus, so Zogbaum.