Erste Ergebnisse aus ihren vorangegangenen Treffen haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Besucherlenkung, Radfahren und Mobilität in Oebisfelde gesichtet. Das Ziel für den Radtourismus soll ein durchgängiger Rundkurs durch den Drömling sein.

Oebisfelde l Ein Leitprojekt der regionalen Tourismus- und Marketingstrategie für den Drömling ist ein Radweg, der die stärkste Komponente des Drömlings - die Natur - mit umliegenden Sehenswürdigkeiten und mit der Gastronomie verknüpft. Darauf hatten sich die Anliegerkommunen des Drömlings bereits im vergangenen Jahr geeinigt.

Um die Planung kümmert sich seitdem die Arbeitsgruppe Besucherlenkung, Radfahren und Mobilität, die sich kürzlich bei der Naturverwaltung in Oebisfelde traf. Dort wurden zunächst alle Ergebnisse gesichtet, die bisher zusammengetragen werden konnten. So hatte Naturparkleiter Fred Braumann sich in den vergangenen Wochen mit den einzelnen Kommunen zu Gesprächen über schon bestehende Radwegenetze getroffen und präsentierte diese auf einer Umgebungskarte. Darauf war sowohl ein rund 40 Kilometer langer Rundkurs um Oebisfelde und eine 30 Kilometer lange Tour um Calvörde eingezeichnet, als auch ein 60 Kilometer langer Rundkurs um Klötze, eine 55 Kilometer lange Tour um Mieste und eine 26 Kilometer lange Strecke im niedersächsischen Teil des Drömlings. Vermerkt war auf der Karte nicht nur, wo die einzelnen Routen den Aller-Elbe-Radweg, denn Allerradweg oder den Altmark-Rundkurs kreuzen, sondern vor allem auch, wo Wegebaumaßnahmen zwingend nötig sind, um die Strecken als Radwege ausweisen zu können.

"Wir sollten die be-stehenden Wege nutzen und sie verbinden."

Wichtig sei, so erklärte Sonja Licht, sich nun auf einen Weg zu konzentrieren, dessen Sehenswürdigkeiten und anliegende Gastronomiebetriebe zu erörtern und dann das Gesamtpaket gekonnt zu vermarkten. Die Fachfrau einer Hannoveraner Tourismus- und Regionalberatung hatte sich bereits Gedanken gemacht, wie der Drömlingsradweg aussehen könnte. "Wir sollten die schon bestehenden Wege nutzen und sie geschickt verbinden", erläuterte sie. So könnten laut Sonja Licht alle Radwege zu einem großen Rundkurs verbunden werden, den Radfahrer an einem Tag bewältigen könnten. Von dem Drömlingsradweg sollten ihrer Ansicht nach allerdings einzelne Routen abzweigen, die zu bestimmten Sehenswürdigkeiten führen. Außerdem sollte es Querverbindungen geben, sodass Radtouristen die Route gegebenenfalls auch abkürzen und früher beenden könnten.

Zu dem Treffen in Oebisfelde waren viele Bürger und Vertreter aus den Anliegerkommunen erschienen, die neue Fakten in die Unterhaltung einfließen ließen. So wurde rege diskutiert, ob der gesamte Drömlingsradweg an einem Tag zu bewältigen sein müsse oder lieber länger gestaltet werde, um Radwanderer länger an die Region zu binden. Außerdem grübelten viele Gäste, welche Städte in einen derartigen Rundkurs mit einbezogen werden sollten. So seien laut Sonja Licht Orte wie Klötze und Mieste unbedingt in die Planung mit aufzunehmen, auch wenn es Kritik daran gab, welche der dazugehörigen Sehenswürdigkeiten wirklich noch im Drömling liegen und welche nicht.

"Das ADFC-Gütesiegel sollte unser Anspruch sein."

Einig waren sich die Arbeitsgruppenmitglieder über die Qualität, die der Drömlingsradweg einmal haben soll. Er soll nach und nach den Kriterien angeglichen werden, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) seinen sogenannten Qualitätsradrouten zugrunde legt. Dazu gehört beispielsweise die durchgängige Befahrbarkeit, als auch die naturnahe Routenführung und die Allwettertauglichkeit der Strecken. "Wir werden zwar nicht gleich alles so hinbekommen, dass wir das Gütesiegel des ADFC kriegen, aber das sollte unser Anspruch sein", stellte Sonja Licht klar.

An vielen Stellen, so erklärte Fred Braumann, müssten noch Wegebaumaßnahmen erfolgen, damit die Strecken einheitlich befahrbar sind. Durch seine tägliche Arbeit und die Absprachen mit den einzelnen Gemeinden kennt der Naturparkleiter viele Strecken genau. So einigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe schließlich darauf, dass er alle Routen noch einmal sichtet und die besten Alternativen zusammenstellt, um alle existierenden Strecken zu einem Drömlingsradweg zusammenzufügen. Auch die Sehenswürdigkeiten, die als Stärken der Region in die Radroute integriert werden sollen, werden für das nächste Treffen der AG gesammelt.

Geld für das ambitionierte Vorhaben könnte aus dem Leader-Förderprogramm fließen. Die Anträge wurden bereits über das Tourismus- und Vermarktungskonzept sowie über die ländliche Entwicklungsstrategie gestellt.

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