Wenig spektakulär verlief die Bürgermeisterwahl am Sonntag in Beetzendorf angesichts nur eines Kandidaten. Unterschiede gab es in den Alt-Gemeinden jedoch, was die Wahlbeteiligung und die Zahl der ungültigen Stimmen betrifft.

Beetzendorf l "Wir gehen zuerst dahin, wo die Wahl am spannendsten ist", begründeten der Klötzer CDU-Landtagsabgeordnete Uwe Harms und Willi Grunewald, CDU-Fraktionschef im Verbandsgemeinderat, am Sonntagabend augenzwinkernd ihr Erscheinen kurz vor 18 Uhr im Beetzendorfer Wahllokal. Wohl wissend, dass der Sieger der Bürgermeisterwahl hier schon von vornherein feststand, da mit Lothar Köppe nur ein Kandidat angetreten war. Die mitgebrachten Blumen, mit denen beide dem neuen Ortschef gratulierten, fanden also schnell ihren Adressaten.

Köppe, der extra zur Auszählung gekommen war, um den Wahlhelfern für ihren Einsatz zu danken, interessierte vor allem, wie hoch die Beteiligung der Bürger war. Dass am Ende gerade einmal 35,9 Prozent zusammenkamen, überraschte ihn nicht. "Wenn nicht gleichzeitig noch der Landrat gewählt worden wäre, wo immerhin zwei Kandidaten zur Auswahl standen, wären wohl noch weniger ins Wahllokal gegangen", vermutete er. Ausgerechnet im Kernort der Gemeinde, wo der parteilose CDU-Bewerber zu Hause ist, war die Wahlbeteiligung am niedrigsten. Nur 463 von 1567 Wahlberechtigten gaben im Wahllokal, das zum zweiten Mal in der Bibliothek im Bürgerzentrum eingerichtet wurde, ihre Stimme ab. Das entspricht 29,5 Prozent. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Bürgermeisterwahl 2008, wo es immerhin zwei Kandidaten gab, gingen in Beetzendorf 46,4 Prozent zur Wahl, 2001 waren es bei der Alleinkandidatur von Heinrich Schmauch immerhin noch 39,7 Prozent.

Etwas höher war die Wahlbeteiligung in Tangeln (32,3 Prozent), Bandau (33,9 Prozent), Mellin (34,1 Prozent) und Jeeben (37,0 Prozent). Lediglich Hohentramm ragt ein wenig heraus. Hier gingen immerhin 74 von 175 Wahlberechtigten ins Stimmlokal, das entspricht 42,3 Prozent.

Landratswahl: Hanumer mit 57,8 Prozent Spitze

Wem der Kandidat Lothar Köppe nicht passte, der konnte entweder zu Hause bleiben oder seine Ablehnung dadurch zum Ausdruck bringen, indem der Stimmzettel ungültig in die Urne geworfen wurde. 80 ungültige Stimmen fischten die Wahlhelfer in den sechs Stimmlokalen und beim Briefwahlvorstand, der in der Verbandsgemeinde-Verwaltung eingerichtet war, heraus. Das entspricht 7,9 Prozent.

Dass bei den ungültigen eine Vielzahl Proteststimmen dabei sein dürften, lässt sich durch einen Blick auf die letzten Bürgermeisterwahlen vermuten. 2001, als auch nur ein Kandidat auf dem Stimmzettel stand, waren es 8,2 Prozent ungültige Stimmen, 2008 bei der Entscheidung zwischen Heinrich Schmauch und Enno Marquardt jedoch nur 0,8 Prozent.

Bei den Briefwahl-Stimmen waren diesmal 13,1 Prozent ungültig. Dann folgen Jeeben mit 10,3 Prozent, Bandau mit 9,3 Prozent, Mellin mit 8,9 Prozent, Beetzendorf mit 6,9 Prozent, Tangeln mit 6,7 Prozent und Hohentramm mit 2,7 Prozent.

Gewählt wurde am Sonntag in allen Gemeinden der Verbandsgemeinde (VG) auch der neue Landrat des Altmarkkreises. Dabei fiel die Wahlbeteiligung ebenfalls sehr unterschiedlich aus. Spitzenreiter war wieder einmal Hanum. Hier gaben 57,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Zwar sind das nicht mehr die Spitzenwerte von bis zu 70 Prozent und mehr, wie sie bei früheren Wahlen verzeichnet wurden, aber immer noch ein deutlicher Unterschied zu anderen Orten. Mit einer Ausnahme: Diesdorf, wo gleichzeitig ein neuer Bürgermeister gewählt wurde. Hier lag die Wahlbeteiligung bei 52,1 Prozent. Spitzenwerte erreichten außerdem Bierstedt (48,7 Prozent) und Lüdelsen (43,7 Prozent), während Bonese mit nur 23 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung aufwies.

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