Oebisfelde-Weferlingen l Über das Vorhaben eines Investors, am Weddendorfer Lehmweg sowohl ein Kinderdorf als auch Wohneinheiten für Betreutes Wohnen zu schaffen, haben die Mitglieder des Bauausschusses der Einheitsgemeinde am Donnerstagabend gesprochen.

Nachdem bereits im Oebisfelder Ortschaftsrat über die Thematik diskutiert worden war (Volksstimme berichtete), sollten nun auch die Ausschussmitglieder zu Wort kommen, um ihre Meinung zu dem Vorhaben zu äußern und zunächst eine Änderung des Bebauungsplanes realisieren zu können. Ähnlich wie zuvor die Oebisfelder Ortsräte zeigten sich auch die Bauausschussmitglieder etwas ratlos. So bemängelten sie, nicht im Detail über die Idee des Investors informiert zu sein. "Wir müssen erstmal gucken, was da genau geplant ist. Aus den Unterlagen wird das nicht ersichtlich", sagte beispielsweise Jörg Lauenroth-Mago (Die Grünen).

Unter Zustimmung seiner Gremienkollegen verwies er auf die Beteiligung der Bürger, die für die gesamte Planung äußerst wichtig sei. "Wir müssen dem Investor frühzeitig sagen, wie das laufen soll", fasste Jörg Lauenroth-Mago zusammen. Silke Wolf, Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, teilte daraufhin mit, dass der Vorhabenträger bei der nächsten Stadtratssitzung am 17. März das gesamte Konzept für Kinderdorf und Betreutes Wohnen vorstellen möchte. So wolle unter anderem die künftige Leiterin der Senioreneinrichtung erklären, worauf sich die Anwohner des Lehmweges einstellen müssten, sollte der Bau realisiert werden.

Nachdem Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch erläutert hatte, welche Fakten des Vorhabens bereits bei der letzten Ortschaftsratssitzung auf den Tisch gekommen waren, meldete sich Bauamtsleiter Uwe Dietz zu Wort. Er erklärte auf eine Nachfrage hin, bereits jetzt sei es möglich, dem Vorhaben durch bestimmte Beschlüsse einen Rahmen zu geben. .

Ausschuss möchte Vorabinformation haben

Weil sowohl der Ortschaftsrat in Oebisfelde als auch die Mitglieder des Bauausschusses großen Wert auf die Beteiligung der Bürger legen, wurde den anwesenden Gästen auch in dieser Sitzung Rederecht eingeräumt. Zwar wies Bürgermeisterin Silke Wolf aus Ausschussvorsitzende darauf hin, dass dieses Rederecht nicht mit der Hauptsatzung konform gehe, Hans-Werner Kraul (CDU) jedoch entgegnete, dass in wichtigen Ausnahmefällen Bürger zu Wort kommen dürfen.

So ließen die anwesenden Anwohner vom Weddendorfer Lehmweg schließlich Udo Plaßmeyer ihre Anliegen vortragen. Er hatte sich bereits im Internet schlau gemacht und mit den unterschiedlichen Ausweisungen für Wohngebiete auseinandergesetzt. So fragte er, warum der Lehmweg von einem reinen Wohngebiet nicht in ein allgemeines Wohngebiet geändert werde, sondern gleich in ein Sondergebiet. "So wie ich es verstanden habe, können auch in einem allgemeinen Wohngebiet soziale Einrichtungen gebaut werden. Sondergebiete werden meist erst dann ausgewiesen, wenn man etwas Größeres bauen möchte, wie Industriebetriebe oder ähnliches. Das verunsichert uns."

Uwe Dietz erläuterte, dass das Gebiet vor allem deshalb als Sondergebiet ausgewiesen werden soll, damit bei Nicht-Umsetzung des Vorhabens die Umwidmung wieder rückgängig gemacht werden könne. "Wird es hingegen als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen, bleibt es das für immer, egal ob das Vorhaben umgesetzt wird oder nicht", so der Baumamtsleiter.

Kopfzerbrechen bereitete Plaßmeyer und seinen Nachbarn, dass über die Investoren nirgends genauere Angaben zu finden seien. Außerdem bemängelten sie, dass alle bisherigen Anwohner des Lehmweges ihre Grundstücke unter der Voraussetzung gekauft haben, dass im kompletten Wohngebiet Einfamilienhäuser entstehen. Dietz verwies darauf, dass die Verwaltung zwar die Interessen der Bürger im Auge habe, aber auch die wirtschaftlichen Interessen der Stadt vertreten müsse.

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