Der Umbau des Klötzer Busbahnhofes ist seit Mittwochabend beschlossene Sache. Der Stadtrat stimmte bei einer Enthaltung dem knapp 520000 Euro teuren Bauvorhaben zu. Knackpunkt vor der Abstimmung war nochmals die Frage, ob mit oder ohne Toilettenhaus.

Klötze l Diese finanzielle Mehrbelastung, die Bürgermeister Matthias Mann auf bis zu 70000 Euro einschätzt, hat einiges Nachdenken beim Linken-Ratsherrn Wolfgang Mosel ausgelöst. Und der überraschte Mittwochabend mit einem Vorschlag, der neue Horizonte in der Diskussion öffnete, ob der Klötzer Busbahnhof mit einem sanitären Angebot ausgestattet sein wird oder nicht. Mosel schlug vor, sich mit allen Beteiligten des neuen Busbahnhofes an einen Tisch zu setzen und zu diskutieren, wie dieses Vollkonzept mit Toilettenhaus komplett bis zum kommenden Martini-Markt realisiert werden kann.

Fraktionsübergreifende Zustimmung

Es sollte auch diskutiert werden, ob es nicht zukunftsweisend sein könnte, an zentralen und intensiv genutzten Haltestellen ebenso das Angebot einer Toilette anzubieten. Immerhin, so Mosel sinngemäß, müssten Busfahrer und Fahrgäste oft über einen langen Zeitraum ohne Möglichkeit auf Erleichterung im Bus ausharren.

Diese Wortmeldung entpuppte sich zum zündenden Ausgangspunkt für eine rege Diskussion, in deren Verlauf beispielsweise das CDU-Ratsmitglied Uwe Harms plädierte, grundsätzlich zu prüfen, ob die Stadt immer für alle Maßnahmen allein zahlen müsse. Auch die beiden SPD-Ratsherren Lothar Görg und Jörg Kägebein stimmten in den Linken-Vorschlag mit ein, sahen aber eine Dringlichkeit, dass der zukünftige Busbahnhof mit einem Toilettenangebot ausgestattet sein sollte.

Fördermittelfluss bietet finanziellen Spielraum

Bürgermeister und Verwaltungschef Matthias Mann hatte vor der dann folgenden einstimmigen Zustimmung für den sofortigen Beginn des Bauvorhabens Busbahnhof für eine Variante ohne Toilettenangebot beim Stadtrat geworben. Nach Einschätzung von Mann ist die Eröffnung vor dem kommenden Martinimarkt dringlicher, als mit den Baumaßnahmen in dieses Festwochenende hineinzurutschen. Als Ausweich-Busbahnhof ist nämlich die Haltestelle Neustädter Straße vorgesehen. Diese Straße wird aber für das Volksfest komplett genutzt.

Mann führte zudem an, dass es aufgrund der zeitlichen Zuweisung der Fördermittel ausreichend Spielraum gibt, um immer noch darüber zu befinden, wann, wie und womit eine Toilettenanlage auf dem Busbahnhofareal installiert wird. In diesem Zusammenhang ließ sich SPD-Ratsherr Kägebein bestätigen, dass alle Versorgungsleitungen für den Anschluss einer Toilettenanlage bereits an dem planerisch vorliegendem Standort liegen.

Und auch ein zweiter Vorschlag stieß auf offene Ohren bei der Verwaltung: Ratsherr Görg schlug vor, die alten Bushaltehäuser weiter an anderen Standorten zu nutzen, die vom jetzigen Busbahnhof entfernt werden. Diese Überlegung hatte die Verwaltung bereits angedacht, so Bürgermeister Mann. So wird auf jeden Fall die Haltestelle Neustädter Straße einen solchen Schutz erhalten. Aber auch andernorts könnten die alten Wartehäuser noch installiert werden.

Der neue Busbahnhof wird ein ansprechendes Aussehen haben und funktional für Fahrgäste und -personal optimale Gegebenheiten bieten. Dazu gehören auch Fahrradständer.

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