Die Menschen dieses Staats, der aus über 700 Inseln besteht, wovon nur 30 bewohnt sind, steht im Mittelpunkt des Weltgebetstages, der am Freitag in Klötze gefeiert wurde. Pfarrer Johannes-Michael Bönecke ließ den Bahamas-Spirit in die Evangelische Familienbildungsstätte einkehren.

Klötze l Für 1,5 Millionen Touristen ist der Bahamas-Staat jedes Jahr das Urlaubsziel schlechthin. Und diese Besucher sind auch die Haupteinnahmequelle für den Inselstaat. Nur wenige Menschen wissen, dass die Einwohner fast ausnahmlos religiös orientiert sind, wie Klötzes Pfarrer Johannes-Michael Bönecke am gestrigen Freitag aus Anlass des Weltgebetstages informierte. In der Evangelischen Familienbildungsstätte waren Frauen zusammengekommen, um diesen zentralen ökumenische Festtag zu feiern.

Den Andachtsverlauf hatten Frauen aller Konfessionen auf den Bahamas in einer zentralen Festschrift vorbereitet, so dass die Klötzer Andachtsbesucherinnen in einen typischen Gottesdienst eintauchen konnten. Und das taten sie mit Worten und Liedern gemeinsam mit Pfarrer Bönecke. "Begreift ihr meine Liebe" lautete das Leitthema dieses Gebetstages. "Die Bedeutung dieser Worte auf den Bahamas werden noch deutlicher, wenn man weiß, dass neun von zehn Einwohner einer Glaubensrichtung im Sinne des Christentums angehören", berichtete der Klötzer Pfarrer im Verlauf eines Lichtbildervortrages.

Als symbolische Nähe zu dem Urlaubsparadies, dessen meiste Einwohner unter Armut und Arbeitslosigkeit leiden und sich vom Fischfang ernähren hatte Gudrun Bönecke einen bunten Altar aufgebaut, der das glasklare Meer, die weißen Sandstrände, die tropischen Früchte und das frohe Lebensgefühl widerspiegelte. Sand und Muscheln stammten aber von der deutschen Ostsee.

Die Bahamas, der Name kommt aus dem spanischen Wortschatz und bedeutet "flaches Wasser", war einst eine Zufluchtstätte von Seeräubern und später Schmugglern. Landherren ließen den Sklavenhandel erblühen, der allerdings relativ schnell erlahmte, da die reiche Gesellschaft, wie Plantagenbesitzer, dem Land den Rücken kehrten. Zurück blieben die Sklaven, die die Koralleninseln besiedelten. Bis die Tourismusbranche die Bahamas als Paradies entdeckte und vermarktete, lebten die Einwohner ausschließlich vom Handel mit Früchten und Fischen. Erst seit 1973 sind die Bahamas unabhängig. Menschen aus Haiti bilden heute die größte Zuwanderergruppe.

 

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