Gewalt gegen Frauen und Sexismus sind in der Werbung allgegenwärtig. Um junge Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, begann am gestrigen Donnerstag ein Projekt in Klötze.

Klötze l Wer etwas gegen die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft unternehmen will, muss im Kindesalter anfangen. Claudia Masuch, Gleichstellungsbeauftragte des Altmarkkreises, und Heike Willetal von der Familien- und Erziehungsberatungsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Salzwedel gingen deshalb am gestrigen Donnerstag zu Schülern der 8. Klasse in der Klötzer Sekundarschule. Sie nahmen in ihrem Projekt eine besondere Facette von Gewalt unter die Lupe: die Gewalt gegen Frauen. Und die ist bereits in der täglichen Werbung allgegenwärtig.

"Grundsätzlich geht es darum, Gewalt gegen Frauen zu verhindern", erläuterte Heike Willetal. "Wir wollen geschlechtsspezifische Unterschiede in der Werbung zeigen, Klischees und Sexismus herausarbeiten."

Dabei sollen verschiedene Fragen beantwortet werden: Wie ist Gewalt gegen Frauen in der Werbung erkennbar? Warum wird mit Klischees gegen Frauen geworben? Welche Alternativen gibt es, um anders für Produkte zu werben?

Jugendliche gehen noch unvoreingenommen an Werbung heran. Deshalb müssen sie laut Masuch und Willetal besonders für dieses Problem sensibilisiert werden. Claudia Masuch nennt Beispiele: In einem Spot wird für einen griechischen Schnaps geworben. Zu sehen ist ein alter Mann, der sagt: "Glücklich sind die Zikaden, denn sie haben stumme Frauen." Auf den ersten Blick ein Werbespot zum Schmunzeln. Doch er nutzt das Klischee der schwatzhaften Frauen und diskriminiert sie damit. Denn Gewalt drückt sich keinesfalls nur in Schlägen und anderen körperlichen Attacken aus.

In einem anderen Spot für eine Modemarke zwingen mehrere Männer eine Frau gewaltsam nieder. "Das ist eine Anspielung auf Gewalt gegen Frauen", sagt Claudia Masuch. Geklärt werden müsse mit den Schülern deshalb, wo Sexismus in der Werbung beginnt und die Grenze des Normalen überschritten sei.

Oft werde der Frauenkörper als Sexobjekt dargestellt, den man(n) nach Belieben anfassen könne. Die Schüler sollen frühzeitig erkennen, dass dem nicht so ist. Für Heike Willetal wird dem Busen schon durch die Evolution der Menschheit eine besondere Bedeutung beigemessen. "Das macht sich die Werbung zunutze und missbraucht diese Tatsache", sagt sie. Den Schülern soll das klar gemacht werden. Spielerisch sind sie an das Thema herangeführt worden. In den nächsten Tagen sollen sie Werbung bewusst anschauen, um Gewalt gegen Frauen zu erkennen. Darüber wird im zweiten Teil des Projekts am 26. März gesprochen.