Klötze l Im Beisein des Magdeburger Gemeinderabbiners Benjamin David Soussan ist am Sonntag auf dem neuen jüdischen Friedhof in Klötze, der 1938 von den Nazionalsozialisten verwüstet worden war, eine Gedenktafel enthüllt worden.

70 Jahre nach dem Ende der NS-Gewaltherrschaft, so sagte Bürgermeister Matthias Mann, soll damit auch ein Zeichen gesetzt werden, dass Klötze eine tolerante Stadt ist, in der Menschen jeglichen Glaubens willkommen sind. "Unrecht muss immer wieder zur Sprache gebracht werden", betonte der Bürgermeister.

Benjamin David Soussan erklärte, dass Friedhöfe für Juden besonders wichtig sind. Die Grabsteine sind das Eigentum und die Visitenkarten der Verstorbenen. Der Rabbiner machte deutlich, dass jedes Mahnmal bedeutsam ist. Denn: "Ein Mensch, der sich erinnert, begeht nicht die gleichen Fehler."

Pfarrer im Ruhestand Klaus Pacholik aus Ristedt wies bei der anschließenden Gesprächsrunde darauf hin, dass geplant ist, den 100. Todestag von Adolph Frank am 30. Mai 1916 zum Anlass zu nehmen, um ihn in besonder Weise posthum zu ehren. Adolph Frank war Jude, wurde in Klötze geboren, machte Karriere als Wissenschaftler und gilt als einer der bekanntesten Söhne der Stadt.