Rohrberg l Der Optimismus, dass es diesmal wirklich etwas wird mit der langersehnten Gründung eines Fördervereins für die Rohrberger Feuerwehr, stand Ortswehrleiter Mathias Gose am Sonntagnachmittag förmlich ins Gesicht geschrieben. Schließlich hatte er während der Jahreshauptversammlung angekündigt, sich den Bart erst abzurasieren, wenn der Förderverein in Sack und Tüten ist. Von der Gesichtsbehaarung war am Sonntag nichts mehr zu sehen und die Zuversicht sollte sich denn auch bewahrheiten.

Nico Müller, der seit 2004 in Rohrberg wohnt, hatte sich in Sachen Förderverein schlau gemacht und den Entwurf einer Satzung vorbereitet, den die zur Gründungsversammlung erschienenen Einwohner diskutierten. Neben der ideellen und materiellen Unterstützung des Feuerwehrwesens in Rohrberg, der Förderung der Alterskameraden, Ehrenmitglieder und der Jugendwehr soll sich der Förderverein auch um die Traditionspflege und die Feuerwehrhistorie, die Förderung des dörflichen Breitensports, der Kameradschaft, der Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und nicht zuletzt um das kulturelle Dorfleben für Jung und Alt kümmern.

"Ich habe die Hoffnung, dass über den Förderverein unser Dorf zusammenwächst und wir gemeinsam über alle Vereine hinweg etwas auf die Beine stellen können", betonte Mathias Gose. Ein Dorftanz wäre eine Idee, aber auch traditionelle Veranstaltungen wie das Osterfeuer oder das Fest am 1. Mai könnten mit dem Förderverein auf eine sichere Grundlage gestellt werden. Die Ausstattung der Feuerwehr mit Einsatztechnik und Schutzbekleidung bleibe aber weiterhin Aufgabe der Verbandsgemeinde als Träger. "Doch es gibt viele kleinere Dinge, bei denen der Verein die Kameraden unter die Arme greifen kann, etwa wenn es um Stühle für das Feuerwehrhaus geht", erklärte der Wehrleiter.

Der Rohrberger Norbert Winn sah die Gründung eines Fördervereins zunächst kritisch. "Solche kulturellen Aufgaben wären eigentlich Sache eines Dorfklubs, doch diese Strukturen sind ja damals zerschlagen worden", meinte er. Ob die hochgesteckten Ziele erreichbar sind, sei anzuzweifeln. Dennoch wolle er den Förderverein unterstützen. Mathias Gose betonte, dass das Modell Förderverein in vielen Orten gut funktioniere. "Es geht darum, quer durch alle Vereine eine Basis für unseren Ort zu bilden", erklärte er.

Nico Müller als vorläufiger Vorsitzender gewählt

Nachdem die Satzung Punkt für Punkt durchgesprochen wurde, trugen sich 19 Anwesende als Gründungsmitglieder des Fördervereins ein. Zum vorläufigen Vorstand wurden Nico Müller als Vorsitzender, Danny Trumpf als Stellvertreter und Katrin Kehler als Schatzmeisterin gewählt. In Kürze will der Förderverein zur ersten Mitgliederversammlung einladen, bei der die Führungsmannschaft für vier Jahre gewählt und die Höhe der Beiträge festgelegt werden.

Vereinsmitglieder können alle Privatpersonen ab dem 16. Lebensjahr, aber auch juristische Personen wie Firmen werden. Bis zum 31. Dezember 2016 soll die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen. "Bis dahin können wir die Satzung noch so anpassen wie wir wollen, ohne dass dafür irgendwelche Kosten entstehen", erläuterte Nico Müller.