Das Jubiläum der Feuerwehr will die Poppauer Jagdgenossenschaft mit einem Zuschuss aus den Pachteinnahmen unterstützen. Bescheidenheit ist dagegen in Sachen Streckenbilanz angesagt, die die Jagdpächter während der Jahreshauptversammlung vorlegten.

Poppau l "Für so einen kleinen Ort wie Poppau können wir mit der Strecke des abgelaufenen Jagdjahres zufrieden sein, auch wenn sie relativ bescheiden ausfiel", schätzte Jagdpächter Harald Könnig während der Jahreshauptversammlung der Poppauer Jagdgenossenschaft ein. So sei man beim Schwarzwild zunächst leer ausgegangen, ehe bei der großen Ansitzdrückjagd doch noch drei Tiere geschossen werden konnten.

Mangelnde Information in Sachen Wolf beklagt

"Die Anzeichen deuten darauf hin, dass wir demnächst hier wieder mehr Musik im Revier erwarten können", stimmte der Poppauer die Landeigentümer auf vermehrte Einfälle der Schwarzkittel in Getreide- und Maisbestände ein. Erhöhte Wachsamkeit sei geboten, Grund zur Beunruhigung gebe es allerdings nicht.

Nicht befriedigen könne die Rehwildstrecke, die sich lediglich auf vier Tiere, darunter einen Bock, belief. Beim Damwild wurde ein Kalb, beim Muffelwild ein Schaf gestreckt. "Auch das ist schwach, hier hatten wir schon eine bessere Bilanz", so Könnig. Hinzu kommen fünf Füchse, drei Waschbären, zwei Marderhunde und ein Marder.

Die beiden Jagden seien ein Erfolg gewesen, wobei der Poppauer besonders die gemeinsame Ansitzdrückjagd mit den Revieren Hohentramm, Apenburg, Siedentramm und der gräflichen Jagd hervorhob. Auch bei der Frauenjagd habe es eine sehr gute Beteiligung gegeben.

Angekommen ist inzwischen auch der Wolf im Poppauer Jagdrevier. "An Lagemanns Busch wurden zwei Tiere gesichtet", berichtete Harald Könnig. Im Nachbarrevier Hohentramm sei ein gerissener Muffelwidder entdeckt worden, der auf das Konto des Wolfes geht (Volksstimme berichtete). Für Könnig kein Grund zur Panik. "Wir werden mit der Geschichte umgehen müssen, zumal hohe Wildbestände da sind", erklärte er.

Der Poppauer drückte allerdings auch sein Unverständnis über die seiner Meinung nach mangelnde Information in Sachen Wolf aus. "Von den maßgeblichen Stellen erhält man nur schwammige Zahlen. Statt ehrliche Aufklärungsarbeit zu leisten, werden nur Sachen kundgetan, um die Leute zu beschwichtigen", schimpfte der Jagdpächter. So habe der Unfall bei Klötze vor einigen Tagen, bei dem ein Wolf angefahren wurde, gezeigt, dass nicht geklärt ist, was in einem solchen Fall zu tun ist. Weder Jäger noch die Polizei dürfen das verletzte Tier töten, da es unter Naturschutz steht. "Da lässt man den Wolf lieber qualvoll verenden", meinte Könnig.

250 Euro für Feier der Feuerwehr

Ganz zu schweigen von der Gefahr, die von einem solchen angeschlagenen Tier möglicherweise ausgehen könne. Da müsse unbedingt ein Klärung herbeigeführt werden, forderte der Jagdpächter in seinem Bericht.

Die Pacht wollen die Poppauer Jagdgenossen auch in diesem Jahr wieder auszahlen. Von den nicht abgeholten Geldern sollen jedoch 250 Euro der freiwilligen Feuerwehr des Dorfes als Zuschuss für das 90-jährige Bestehen zur Verfügung gestellt werden, das die Kameraden in diesem Herbst feiern.